Strategien
17. Januar 2020

Amundi: Soziales mit größtem Performancebeitrag

Deutliche Kluft der ESG-Performance zwischen Eurozone und Nordamerika. ESG-Strategien werden komplexer.

Amundi hat in einer auf quantitativen Daten und ESG-Bewertungen aus dem eigenen Hause basierenden Studie den Performance-Einfluss von ESG im Zeitraum Januar 2018 bis Juni 2019 untersucht. Erstaunliches Ergebnis ist, dass soziale Kriterien mittlerweile größter Performancetreiber sind. Im Zeitraum 2010 bis 2017 hatte Soziales noch am wenigsten Alpha generiert. Hätte man ein Portfolio zusammengestellt, welches die 20 Prozent der bestbewertenden Unternehmen kauft und die 20 Unternehmen mit den schlechtesten Ratings verkauft, hätte dies zu einer annualisierten Rendite von 2,9 Prozent in der Eurozone und 1,6 Prozent in Nordamerika geführt.

Dieser regionale Unterschied zeigt sich auch bei einer Gesamtbetrachtung. Während ESG-Faktoren zwischen 2010 und 2017 in der Eurozone und Nordamerika einen in etwa gleichen Einfluss auf die Performance hatten, läuft dies seit 2018 stark auseinander: Die Anwendung eines Best- bzw. Worst-in-Class-Ansatz nach obenstehendem Muster (Kauf und Verkauf der 20 Prozent best- und schlechtestbewerteten Unternehmen) hätte in der Eurozone zu einer Performance von 5,8 Prozent, in Nordamerika nur 0,6 Prozent geführt. Beide Werte gehen gegenüber dem Zeitraum 2014 bis 2017 zurück, wo diese Ansätze 6,6 Prozent beziehungsweise 3,3 Prozent erwirtschaftet hätten.

Momentumsstrategien

Gleichzeitig stellt Amundi fest, dass ESG-basiertes Investieren zunehmend komplexer wird und über Best-in-Class oder Ausschlüsse hinausgeht. So verfolgt eine zunehmende Anzahl von Investoren Strategien, welche auf Verbesserungen beim ESG-Rating setzt. Diese ESG-Momentumstrategien beeinflussen laut Amundi insbesondere die Entwicklung von Second-to-Worst-Aktien, also Unternehmen im vierten Quintil. „Die Komplexität und Vielfalt beim verantwortungsvollen Investieren hat zur Folge, dass Anleger auf neue Themen und Antriebskräfte reagieren sollten“, ergänzt Vincent Mortier, stellvertretender CIO der Amundi-Gruppe. „Wir haben festgestellt, dass in den letzten zehn Jahren die Mobilisierung und das Bewusstsein der Anleger dazu geführt haben, dass die Berücksichtigung von ESG-Faktoren von einem ’nice to have‘ zu einem ‚must have‘ geworden ist“.

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