Traditionelle Anlagen
25. Januar 2019

DBU will bessere Green Bonds

Südwind-Studie moniert geringe Transparenz der finanzierten Projekte. Wenig kontroverse Projekte gefunden.

Eine Studie des Südwind-Instituts, welche von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert wurde, moniert eine geringe Transparenz von Green Bonds. Bei über der Hälfte der Green Bonds sei nicht nachzuvollziehen, welche Projekte durch die Anleihen finanziert wurden. Immerhin: Bei den veröffentlichten Projekten gebe es nur wenige kontroverse Projekte. Kritisch sieht die Antje Schneeweiß, Autorin der Studie und Expertin für nachhaltige Geldanlagen bei Südwind, hier aber beispielsweise Eukalyptusplantagen in Brasilien, welche über einen Green Bonds finanziert wurden. Wichtig sei für Nachhaltigkeitsaspekte, nicht nur auf die einzelne Anleihe, sondern auf den Emittenten als Ganzes zu achten.

Kritisch bewertet die Studie Green Bonds hinsichtlich der Frage, ob durch diese zusätzliche grüne Projekte finanziert werden. Dies sei vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern nachzuweisen. „Ein Ergebnis ist, dass Entwicklungsbanken eine wesentliche Rolle zukommt, dieses neue Instrument der Green Bonds so einzusetzen, dass es tatsächlich dazu beiträgt, mehr privates Kapital in nachhaltige Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern umzulenken“, sagt Antje Schneeweiß. In Ländern mit guten Finanzierungsratings und hohen Emissionsvolumen lässt sich ein Zusatznutzen derzeit nur schwer nachweisen.

Michael Dittrich, DBU-Abteilungsleiter Finanzen und Verwaltung, kommentiert die Studie: „Green Bonds müssen auch im Hinblick auf ihre qualitative Aussagekraft besser werden. Zukünftig brauchen wir Standards und Referenzgrößen zum Beispiel für die Berechnung von Kohlendioxid-Einsparungen, damit Vergleiche zwischen unterschiedlichen Anbietern möglich werden. Dies ist umso wichtiger, weil die Nachfrage nach Green Bonds auf der Investorenseite steigen wird.“ Green Bonds steht die DBU positiv gegenüber, diese seien „grundsätzlich ein gutes und sinnvolles Element für eine nachhaltige Entwicklung im Finanzsektor“, so Dittrich. „Als es vor zwölf Jahren noch keine Green Bonds gab, spielten Umweltaspekte bei Anleihen so gut wie gar keine Rolle. Und Transparenz gab es noch weniger.“ Die DBU ist mit rund 50 Millionen Euro in Green Bonds investiert.

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