Alternative Anlagen
16. Januar 2020

Der Charme von Small Buyouts

Kleinere Buyouts erzielen hohe Renditen bei überschaubaren Verlusten. Studie von Mackewicz & Partner.

Unter Versicherungsunternehmen gehen 41 Prozent davon aus, dass sich deren in Private Equity investierten Gelder erhöhen. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage von Natixis unter 200 weltweit befragten Portfoliomanagern von Versicherungen hervor. Ein attraktives Segment für den Ausbau des Beteiligungsportfolios stellen Small Buyouts dar.

Mit dieser Private-Equity-Kategorie hat sich eine aktuelle Analyse von Mackewicz & Partner intensiv befasst. „Small-Buyout-Fonds weisen in aller Regel ein Fondsvolumen von deutlich weniger als einer Milliarde Euro auf und beteiligen sich an Unternehmen, die zwischen 25 und 150 Millionen Euro Umsatz erzielen“, beschreibt Detlef Mackewicz dieses Segment. Attraktiv sind für den Berater bei Small Buyouts folgende Aspekte:

– Zum Verkauf stehen deutlich mehr Unternehmen
– Die Wettbewerbsintensität ist erheblich geringer
– Die Märkte haben einen eher intransparenten Charakter
– Die Unternehmenspreise sind geringer (meist deutlich unter dem zehnfachen Ebitda)
– Es wird mit deutlich weniger Fremdkapital gearbeitet
– Außerdem kommen die Unternehmen häufig das erste Mal mit Private Equity in Berührung und weisen noch mehr Optimierungspotenzial auf

Allianz diversifiziert mit Small Buyouts

Michael Lindauer von Allianz Capital Partners beschreibt die Unterschiede zu größeren Buyouts im Interview mit portfolio institutionell prosaisch: „Mega Buyouts kann man mit großen Tankern vergleichen. Es ist nicht leicht, diese um eine Kurve zu lenken, dafür führt aber auch nicht jeder Sturm zu Schlagseite. Small Buyouts sind dagegen eher wie Segelboote. Segelboote sind schnell und wendig, bei zu starkem Wind reißen aber die Segel. Wir versuchen das ganze Spektrum abzudecken. Darum hat in unserem Portfolio beides Platz.“ Auf Grund dieser Unterschiede ergänzen sich für Lindauer Mega und Small Buyouts. Je nach Marktlage haben die beiden Segmente Vor- und Nachteile. Beispielsweise profitieren größere Transaktionen von einem gut laufenden Finanzierungsmarkt, kleinere Transaktionen von Konjunkturwachstum. In kleineren Fonds bringt die Allianz 40 Millionen Euro und mehr unter.

Doch selbst bei „starkem Wind“ bleiben die Verlustraten überschaubar. Auf der Basis von US-Daten des Spezialisten RCP Advisors verweist Mackewicz darauf, dass bei Fonds der Vintage-Jahre 2006 und 2007 weniger als fünf Prozent den Investoren nicht wenigstens das Gesamtkapital zurückzahlen konnten. Fonds der Vintage-Jahre 2008, 2010, 2011 und 2013 erzielten sogar durch die Bank positive Ergebnisse.

Die durchschnittliche Verlustrate der in dem RCP-Datenset enthaltenen Fonds lag im Vintage-Jahr 2006 bei 22 Prozent und ist seitdem im Rückwärtsgang. Detlef Mackewicz betont in seiner Analyse, dass ein Fonds eine Verlustrate von 22 Prozent ausweisen und trotzdem eine positive Rendite für das gesamte Portfolio erzielen kann. Mackewicz: „Ein Private-Equity-Fonds, der zehn Unternehmen für je zehn Millionen erworben und mit zwei Transaktionen insgesamt 15 Millionen Verlust realisiert hat, weist eine Verlustrate von 15 Prozent aus. Trotzdem sollte es einem guten Fondsmanager aber gelingen, mit den übrigen acht Portfoliounternehmen seinen Kapitaleinsatz zu verdoppeln.“ Wie aus den Mackewicz präsentierten Daten zudem hervorgeht, weisen die Branchenspezialisten unter den Fondsmanagern fast durchgehend geringere durchschnittliche Verlustraten als Generalisten aus. Besonders ausgeprägt ist dieser Unterschied in Krisenzeiten.

Unter dem Strich führen die Charakteristika von Small Buyouts zu attraktiven Renditen. Diejenigen Fondsmanager aus dem Datenset von RCP Advisors, die zu den First-Quartile-Fonds zählen, erzielen über den betrachteten Zeitraum trotz etwaiger Verluste ihrer Portfoliounternehmen beständig 20 Prozent und mehr IRR.

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