Strategien
11. Oktober 2011

EM-Debt und Corporates sind Anlegers Lieblinge

Laut einer Feri-Studie ist bei Staatsanleihen die Flucht in Qualität ausgeprägt. Ratings haben bei der Selektion als Orientierungshilfe ausgedient.

Wo haben 152 Investoren 1.049 Mandate bei 136 Asset Managern? In der Feri-Wertpapierstudie 2011. Ein wichtiges Ergebnis der diesjährigen Befragung ist, dass Emerging Market Debt und Unternehmensanleihen stark an Bedeutung gewonnen haben. „Die Bewegung hin zu Emerging Market Debt ist deutlich“, berichtet André Härtel von Feri. Im Schnitt haben die Befragten 5,1 Prozent in Schwellenländeranleihen investiert. „Die Allokation ist aber sehr unterschiedlich. Manche haben eine Quote von 20 Prozent, teilweise werden auch bereits spezialisierte Asien-Mandate vergeben“, sagt Härtel. Er fügt hinzu, dass bei vielen Anlegern interne Richtlinien einem weiteren EM-Ausbau entgegenstehen. 
Umgesetzt wird diese Anlageklasse meist über aktives Management. Wer für Schwellenländer- und Unternehmensanleihen – die durchschnittliche Corporate-Bond-Quote liegt bei 11,4 Prozent – über die nötigen Ressourcen bei Research, Analyse und Portfoliomanagement verfügt und darüber hinaus lokale Marktkompetenz hat, wird von den institutionellen Investoren in der diesjährigen Studie sehr positiv bewertet. Deutlich an Reputation gewonnen haben unter anderem Swiss & Global Asset Management und HSBC Asset Management. Allgemein ist beobachtbar, dass sich das Tor für Boutiquen weit geöffnet hat.
Bei Staatsanleihen ist der Flight to Quality stark ausgeprägt. „Deutschland, Frankreich, Holland und, wenn regulatorisch möglich, Skandinavien stehen im Fokus. Peripherieanleihen werden allenfalls noch über Pfandbriefe allokiert“, so Härtel. Erkennbar ist, dass sich die Rentenselektion nicht mehr nur an Ratings orientiert. Fundamentale Faktoren, wie der Verschuldungsgrad oder auch Bildungsausgaben, haben an Bedeutung für die Anleger gewonnen. „Diese Selektionskriterien gelten auch für die Schwellenländer, wo noch eine intensive Berücksichtigung der politischen Risiken hinzukommt.“
_Jeder Zweite hat Administration ausgelagert
Schwerpunkt der Feri-Studie ist die Wettbewerbsanalyse, bei der die Gesellschaften von den Investoren bewertet werden. Bezüglich der Servicequalität punkteten Gesellschaften mit maßgeschneiderten Lösungen. So konnte Sarasin sehr gute Zufriedenheitswerte bei den Investoren erzielen. Weiterhin hoch im Kurs stehen die Dienstleistungen der Master-KAG. Die Hälfte der befragten Investoren hat die Administration der extern verwalteten Kapitalanlagen an einen spezialisierten Dienstleister ausgelagert. Am besten abgeschnitten haben hier Bayern-Invest, Helaba Invest und Universal Investment.
portfolio institutionell newsflash 12.10.2011/pe
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