Alternative Anlagen
6. September 2019

Energie- und Umweltverbände verabschieden Zehn-Punkte-Plan zur Windenergie

Windgipfel der Bundesregierung ohne konkrete Ergebnisse. Handfeste Krise der deutschen Windenergie.

Eine Reihe von Wirtschafts- und Umweltverbänden haben einen Zehn-Punkte-Plan zur Stärkung der Windenergie vorgelegt. Das Papier sieht zehn Maßnahmen vor, um die größten Hemmnisse beim Ausbau der Windenergie in Deutschland zu beseitigen. Die Veröffentlichung erfolgte vor dem Windgipfel der Bundesregierung, der ohne konkrete Ergebnisse blieb. Die Verbände BDEW, BWE, VDMA Power Systems und VKU sowie die Umweltschutzorganisationen Greenpeace, Germanwatch, WWF und DUH appellierten an die beteiligten legislativen Akteure, ein klares Bekenntnis zum Ausbau der Erneuerbaren Energien und des Klimaschutzes abzugeben.

Ausbau stockt

Bezüglich der aktuellen Lage kamen sie zu alarmierenden Befunden: „Die Genehmigungssituation und die jüngsten Ausschreibungsergebnisse stehen in scharfem Kontrast zu dem notwendigen Ausbaupfad in Richtung des Ziels, 65 Prozent des Strombedarfs bis 2030 aus Erneuerbaren Energien zu bestreiten.“ Das 65-Prozent-Ziel stammt aus dem Abschlussbericht der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ („Kohle-Kommission“) und entspricht auch dem Ziel des Bundeswirtschaftsministeriums, um Versorgungssicherheit nach einem Kohleausstieg zu gewährleisten. Nachdem im Jahr 2017 laut Zahlen des IWR mit über 5.300 Megawatt noch ein Rekordergebnis beim Ausbau der Windenergie an Land erzielt werden konnte, ging 2018 der Ausbau auf rund 2.400 Megawatt zurück.

Die Bundesregierung hat derweil erste Schritte zur Umsetzung der Empfehlungen der Kohle-Kommission unternommen. Allerdings nicht bezüglich des Kohleausstieges bis 2038, den Kritiker als zu spät erachten, um die Verpflichtungen Deutschlands zu erfüllen. Sondern mittels der Verabschiedung des Strukturstärkungsgesetzes, welches für Finanzhilfen für die betroffenen Ländern und Infrastrukturprojekte Gelder in Höhe von 40 Milliarden Euro bereitstellt. Dass die Pläne unter anderem den Ausbau einer Autobahn vorsehen, dürfte der klimapolitischen Bewegung Auftrieb geben. Am 20. September will die Bundesregierung bei der Tagung des Klimakabinetts die Weichen für einen ökologischen Umbau der Wirtschaft stellen. Die Bewegung Fridays for Future ruft für diesen Tag global zu einem Klimastreik auf, dem sich fast 3.000 deutsche Unternehmen unter dem Namen Entrepreneurs for Future angeschlossen haben. Beispielsweise die GLS Bank hat angekündigt, ihre Angestellten für diesen Tag zur Teilnahme an den Protesten freizustellen.

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