Immobilien
20. November 2018

Europäische Immobilien bleiben gefragt

Deutschland: Trotz des Zyklus nimmt die Nachfrage Fahrt auf. RICS veröffentlicht Global Commercial Property Monitor Q3 2018.

Die Ergebnisse des „RICS Global Commercial Property Monitor (GCPM)“ für das dritte Quartal 2018 zeigen, dass die Immobilienmärkte in weiten Teilen der Welt stabil sind. Dabei liegen die europäischen Märkte trotz aktueller Entwicklungen und zunehmender Makrorisiken an der Spitze. Diese Einschätzung stammt von RICS. Die RICS wurde 1868 in Großbritannien gegründet und erhielt 1881 die königliche Charter. Heute ist sie eine weltweit tätige Berufsorganisation, die 125.000 Immobilienexperten rund um den Globus repräsentiert.

Unterstützt von der Zinspolitik der EZB weise Europa aktuell weiter die stärkste Dynamik auf. Die Stimmung in deutschen Städten wie Berlin, Frankfurt und München sei weiterhin positiv. Dies gilt sowohl für die Vermietungs- als auch die Investmentmärkte. Ein Trend, der auch in den Niederlanden, Portugal und einigen Märkten in Mittel- und Osteuropa zu beobachten sei.

RICS Economist Tarrant Parsons in seinem Ausblick für die europäischen Märkte: „Die Antworten aus vielen Teilen Europas zeigen weiterhin, dass der Markt von einer soliden Dynamik geprägt ist, auch wenn das Wachstum im Vergleich zu den vergangenen Jahren teilweise etwas moderater ausfällt. In den Niederlanden, Portugal und insbesondere in einigen mittel- und osteuropäischen Ländern ist die Stimmung im globalen Vergleich am positivsten.“ Allerdings gehe der zunehmende Trend hin zum Online-Shopping auf Kosten des stationären Einzelhandels, was sich in einigen Teilen Europas zunehmend belastend auswirkt. „Da es sich bei diesem Problem eher um ein strukturelles und nicht um ein zyklisches handelt, dürfte es in den kommenden Jahren zu einem anhaltenden Wachstumsrückgang kommen.“

Auf Stadtebene weisen Berlin und München die stärksten Mietpreisaussichten für die nächsten zwölf Monate auf. Diese Entwicklung wird in beiden Städten vom Bürosegment befeuert. Die segmentübergreifenden Mietprognosen in Frankfurt liegen leicht unter dem Bundesdurchschnitt, was jedoch vor allem auf eine schwächere Einschätzung der Mietpreisentwicklung in B-Lagen zurückzuführen ist. In Hamburg liegen die Mietpreisprognosen sogar noch deutlicher unter dem bundesweiten Durchschnitt. Es wird erwartet, dass die Einzelhandelsmieten in B-Lagen in allen Städten mehr oder weniger stark unter Druck geraten.

Die Befragten erwarten in München im Vergleich zu anderen Städten die positivste Immobilienpreisentwicklung für die kommenden zwölf Monate. Core-Büroflächen werden den Erwartungen nach die stärksten Zunahmen verzeichnen. In Berlin und Frankfurt haben sich die Erwartungen etwas abgekühlt, bleiben aber dennoch auf einem stabilen Niveau. Im Falle Frankfurts belasten die negativen Prognosen für Einzelhandelsflächen in B-Lagen den allgemeinen Durchschnittswert. Auch die Prognosen hinsichtlich der Immobilienpreisentwicklung in Hamburger B-Lagen sind negativ.

Bundesweit sehen 84 Prozent der Befragten Gewerbeimmobilien als überbewertet, nahezu unverändert gegenüber dem zweiten Quartal. In Deutschland sehen über 70 Prozent der Befragten den Markt in einem fortgeschrittenen Stadium des aktuellen Zyklus. In Hamburg liegt diese Zahl bei 91  und in Frankfurt bei 76 Prozent.

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