Traditionelle Anlagen
28. August 2018

Gam zahlt Anleger der eingefrorenen Absolute-Return-Fonds aus

Auszahlungsquoten bei Ucits „zwischen 74 und 87 Prozent“. Gam nennt mögliche Verstöße Haywoods.

Gam Investments beginnt mit der Liquidation der suspendierten Absolute-Return-Bond-Fonds mit uneingeschränktem Anlageansatz (ARBF). Alle Fondsanleger sollen ihren jeweiligen Anteil aus dem Liquidationsprozess in bar ausbezahlt erhalten. Für alle Fonds können laut Gam die ersten Zahlungen Anfang September erwartet werden, wobei bei den in Luxemburg und Irland domizilierten Ucits-Fonds zwischen 74 und 87 Prozent der Vermögen ausbezahlt werden und für den Cayman-Master-Fonds und die Cayman und australischen Feeder-Fonds zwischen 60 und 66 Prozent.
Zuvor gab der Schweizer Vermögensverwalter am 2. August bekannt, dass alle Zeichnungen und Rücknahmen in Fonds der Absolute-Return-Bond-Strategie mit uneingeschränktem Anlageansatz zum 31. Juli 2018 durch die zuständigen Fonds-Verwaltungsräte aufgrund der hohen Volumen an Anteilrückgaben ausgesetzt wurden. Die verwalteten Vermögen der betroffenen Fonds betrugen per 31. Juli 2018 7,3 Milliarden Schweizer Franken.
Mögliche Verstöße Haywoods 
Hintergrund dieser Maßnahme ist die Ende Juli bekanntgegebene Suspendierung des renommierten Fondsmanager Tim Haywood, deren Gründe eher diffus bleiben. Gam teilt zu der Suspendierung wörtlich mit: „Diese erfolgte aufgrund einer internen Untersuchung, welche mit Einbezug von externen Beratern durchgeführt wurde. Die Untersuchung kam zum Schluss, dass Herr Haywood es versäumt haben könnte, bei einigen Investitionen eine ausreichende Due Diligence durchzuführen oder diese ausreichend nachzuweisen oder internen Aufzeichnungen von relevanten Dokumenten vorzuweisen; möglicherweise gegen die Unterschriftenrichtlinie des Unternehmens verstoßen hat, indem er bestimmte Verträge, bei denen zwei Unterschriften erforderlich waren, alleine unterzeichnet hat; die Richtlinie für Geschenke und Unterhaltung des Unternehmens verletzt hat, indem er nicht nach der erforderlichen Vorabgenehmigung fragte; seine persönliche E-Mail zu Arbeitszwecken verwendet hat.“ Angesichts „eines kumulativen potenziellen Fehlverhaltens“ seien sich der gesamte Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung einig gewesen, dass eine Suspendierung die richtige Entscheidung war.
„Im besten Interesse aller Fondsanleger“
Gemäß der Unternehmensmitteilung legt der Asset Manager bei der Liquidation höchste Priorität darauf, den Wert für die Anleger zu maximieren sowie sicherzustellen, dass alle gleich und gerecht behandelt werden. Da diese Fonds aus einem Mix von vorwiegend liquiden und einigen weniger liquiden Anlagen bestehen, konzentriere sich Gam darauf, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wertmaximierung und schneller Liquidation sicherzustellen. Das Unternehmen geht davon aus, bis Ende September eine weitere Ausschüttung für jeden der Fonds vornehmen zu können und die Ausschüttungen in den kommenden Monaten abhängig von den Marktbedingungen fortzusetzen. Der CEO der Gruppe, Alexander S. Friedman, wird folgendermaßen zitiert: „Die Suspendierung und die anschließende Entscheidung, die ARBF-Fonds zu liquidieren, war ein schwieriger aber notwendiger Prozess, um sicherzustellen, dass wir unsere Grundsätze einhalten, im besten Interesse aller Fondsanleger zu handeln und sie gleich und fair zu behandeln.“
Investoren ziehen 2,3 Milliarden Dollar ab
Wie Bloomberg berichtet, zogen Investoren seit der Verkündung der Suspendierung am 31. Juli bis zum 17. August etwa 2,3 Milliarden Dollar aus anderen Gam-Strategien ab. Im Juli sollen Kunden „nur“ rund 800 Millionen Dollar abgezogen haben.
portfolio institutionell 28.08.2018/Patrick Eisele
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