Recht, Steuer & IT
30. August 2017

Hedgefonds wollen unter Mifid-Radar fliegen

Tudor und Brevan Howard geben Mifid-Lizenz ab.

Mit Beginn des nächsten Jahres werden die Mifid-II-Regeln eingeführt. Doch schon heute beschäftigt sich eine Armada von Firmen damit, wie sie der vollen Last der am 3. Januar 2018 in Kraft tretenden Vorschriften entgehen können. So haben laut Financial Times zwei der weltweit größten Hedgefonds, Tudor Investment und Brevan Howard, ihre Mifid-Lizenzen abgegeben, um den neuen Regeln zu entgehen. Zugleich haben sich die beiden Hedgefonds den etwa 2.400 alternativen Investmentfondsmanagern angeschlossen, die im Rahmen der AIFM-Richtlinie agieren, die ihrer Meinung nach leichtere Berichts- und Transparenzanforderungen hat. 
Laut Bloomberg hat Brevan Howard entschieden, die Lizenzen kurzerhand in AIFM-Lizenzen zu tauschen. Damit sind zwar auch regulatorische Pflichten verbunden, sie seien aber weniger extensiv als unter Mifid, so die Financial Times. Die Argumentation lautet nach Angaben eines nicht näher identifizierten Insiders: Da die Gesellschaft einen nur aus London verwalteten Fonds einrichtet, sei daher nur eine Registrierung als Alternative Investment Fund Manager nötig. 
Dieses Schlupfloch verleiht nun einer Überprüfung der Richtlinie zu Alternative Investment Fund Managers (AIFM) Impulse und könnte die Lücken zwischen beiden Gesetzen schließen, wie EU-Parlamentarier Markus Ferber sagt: „Mittelfristig erwarte ich eine engere Abstimmung zwischen diesen Regelwerken, was den Aufsehern und Marktteilnehmern die Dinge erleichtern sollte.“ In der EU-Kommission heißt es hingegen laut Bloomberg, es sei zu früh, um irgendwelche Schlussfolgerungen zu ziehen oder über das Ergebnis der Überprüfung zu spekulieren. 
portfolio institutionell newsflash 30.08.2017/Tobias Bürger
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