Investoren
6. Dezember 2019

Investoren warten auf nächste Finanzkrise

Investoren haben zu viel Risiko, brauchen aber noch mehr. US-Aktien und Staatsanleihen auf Verkaufsliste.

Institutionelle Investoren blicken mit Sorge in die Zukunft. Über die Hälfte geht für 2020 von einem steigenden Anteil negativer Renditen bei Anleihen aus und sieht die Zentralbanken nicht in der Lage, eine neue Krise meistern zu können. Insgesamt sind sich die Investoren bewusst, auf der Suche nach auskömmlichen Renditen vermehrt Risiken eingehen zu müssen. Drei Viertel von ihnen glauben allerdings, dabei bisher zu viel Risiko genommen zu haben. Dies geht aus einer globalen Umfrage von Natixis Investment Managers unter 500 institutionellen Investoren hervor, die im Oktober und November von Core-Data Research umgesetzt wurde. In Deutschland nahmen 33 institutionelle Investoren an der Befragung teil. Insgesamt verwalten die Befragten ein Volumen von 15 Billionen Dollar.

Wie aus der Umfrage weiter hervorgeht hat der Renditedruck die Großanleger veranlasst, sich verstärkt dem privaten Kapitalmarkt zuzuwenden. Davon versprechen sie sich vor allem zwei Vorteile: 62 Prozent wollen damit die Diversifikation im Portfolio verbessern, 61 Prozent erwarten sich attraktivere Renditen.

79 Prozent setzen dabei auf Private Equity, und 76 Prozent auf Private Debt. Sebastian Römer, Leiter Natixis Investment Managers für das Geschäft in Zentral- und Osteuropa: „Nach einem Jahrzehnt niedriger Zinsen wenden sich institutionelle Investoren nun verstärkt alternativen Anlageklassen zu, um ihre langfristigen Renditeziele zu erreichen. Immerhin 68 Prozent sagten uns, dass sie die Chancen an den privaten Kapitalmärkten künftig dauerhaft nutzen wollen.“
58 Prozent der befragten Investoren erwarten die nächste Krise in ein bis drei Jahren, 20 Prozent in vier bis fünf Jahren. Risikoquellen werden im Welthandel, Wachstum, Niedrigzins und Preisblasen gesehen. Die meisten Investoren – nämlich 89 Prozent – sehen als Risiko die wachsende Verschuldung der Staaten.

Institutionelle Investoren schätzen aktives Management

Angesichts steigender Volatilität und eines herausfordernden Zinsumfeldes erwartet fast die Hälfte der Befragten (46 %) eine zunehmende Dispersion. Der daraus resultierende erhöhte Spread von Wertpapierpreisen könnte ein Grund dafür sein, dass institutionelle Investoren zu zwei Dritteln der Meinung sind, dass das aktuelle Marktumfeld aktives Management begünstige. 71 Prozent weisen daher in ihren Portfolios eine starke Gewichtung des aktiven Managementstils auf und gehen davon aus, das Verhältnis von 70 Prozent aktivem Management und 30 Prozent passivem Management auch in den kommenden drei Jahre beizubehalten.

Gefragt nach den Asset-Klassen, die man stärker allokieren möchte, nannten 37 Prozent Private Debt und 32 Prozent Infrastruktur. Je 29 Immobilien, Investment Grade Corporate Debt und Schwellenländer-Aktien. Private Equity nannten 28 Prozent. Auf der Verkaufsliste stehen dagegen bei 35 Prozent der Investoren US-Aktien und bei 29 Prozent Staatsanleihen.

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