Immobilien
11. November 2019

Klimawandel ist ein Immobilienrisiko

PWC-Studie: Klima hat größten Einfluss auf Immobilienanlagen. Ein Drittel aller globaler Emissionen stammt von Immobilien.

Der Klimawandel wirkt sich auch auf Immobilienportfolios aus. Investoren reagieren darauf oft noch zu zögerlich. Dies ist eines der Kernergebnisse der Studie „Emerging Trends in Real Estate Europe 2020 – Climate of Change“, die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC) gemeinsam mit dem Urban Land Institute erstellt hat. Für die aktuelle 17. Ausgabe der Studie haben PWC und ULI mehr als 900 Entscheider von Immobilienfirmen, Investmentmanager und andere Branchenexperten in Europa befragt.

Dem Klimawandel attestieren die befragten Entscheider in den nächsten 30 Jahren den größten Einfluss auf Immobilieninvestments. „Wir haben bei Umweltfragen einen Wendepunkt erreicht, denn rund ein Drittel der globalen Emissionen stammen von Immobilien. Darauf reagiert die Branche noch zu langsam“, sagt Susanne Eickermann-Riepe, German Real Estate Leader bei PWC Deutschland. So gibt mit 48 Prozent fast die Hälfte der Befragten an, dass die Risiken für ihr Portfolio durch den Klimawandel „etwas“ (37 Prozent) oder „deutlich“ (elf Prozent) gestiegen sind. Als konkrete Auswirkungen nannten die Investoren insbesondere höhere Investitionskosten (22 Prozent), höhere Betriebskosten (20 Prozent) und eine schnellere Abnutzung (18 Prozent).

Aber: 49 Prozent der Immobilieninvestoren sehen aktuell noch kein gestiegenes Risiko für ihr Portfolio. Mit Blick auf die kommenden fünf Jahre antworteten so nur noch 23 Prozent, und insgesamt 73 Prozent erwarten, dass sich der Klimawandel auf stärker auf ihr Portfolio auswirken wird (47 Prozent: „etwas erhöhtes Risiko“, 26 Prozent: „deutlich erhöhtes Risiko“). „Dieses Ergebnis stimmt nachdenklich, auch vor dem Hintergrund, dass die Regulierung mit dem EU-Action Plan zum Handeln zwingt“, kommentiert PWC-Expertin Susanne Eickermann-Riepe. „Wer erst in den kommenden Jahren darauf reagiert, wird Fragen von Investoren, Mietern aber auch der Gesellschaft nur unzureichend beantworten können.“

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