Meinungen aus dem Markt
23. Mai 2019

Klimaziele erreichen – und zwar jetzt!

Um die ehrgeizigen Ziele des Pariser Klimaabkommens zu ­erreichen, brauchen Anleger eine nachhaltige Klimastrategie, um ihr Portfolio zu dekarbonisieren. Darüber gibt Nathalie Wallace von State Street Global Advisors in einem Beitrag und Interview Auskunft.

Vermeidung und Anpassung
Die thematische Integration des Klimawandels in Aktienportfolios basiert dabei insbesondere auf dem Ziel, den CO2-Ausstoß netto zu verringern. Hierfür wird Kapital aus Unternehmen mit derzeit hohen indirekten CO2-Emissionen, die Erträge aus der Förderung fossiler Energie erwirtschaften („braune Erträge“), abgezogen und in Unternehmen, die ihre Erträge unter Einsatz klimafreundlicher Technologien generieren („grüne Erträge“), reinvestiert. Neben der Vermeidung von CO2, der Hauptursache des Klimawandels, empfiehlt sich ein verstärktes Engagement in jene Unternehmen, die sich aktiv an die erkennbaren und zu erwartenden Auswirkungen der Erderwärmung und anderer Umweltveränderungen anpassen. Daraus entsteht ein gegen die Risiken des Klimawandels widerstandsfähigeres Portfolio. Ferner empfiehlt sich für die Wahl einer bestimmten Klimastrategie, dass sich diese an den ehrgeizigen Zielen des Pariser Klimaabkommens orientiert. In diesem Fall ist man auf eine mögliche CO2-Steuer und andere regulatorische ­Initiativen, die auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Wirtschaft ergriffen werden könnten, vorbereitet.

Die Individualität einer Klimastrategie spiegelt sich wiederum ­darin wider, dass diese lediglich ein stabiles Grundgerüst vorgibt und ­ansonsten viel Raum für Flexibilität gibt. Somit lassen sich je nach Klimaprioritäten des jeweiligen Investors, der ­gewünschten Benchmark, bestimmte Tracking-Error-Vorgaben sowie ­Ausschlüsse anhand weiterer internationaler Normen und Nachhaltigkeitsdefinitionen anpassen. Skalierbar und risikobewusst im Portfolio verankern lässt sich der Klimawandel mit der State Street Sus­tainable Climate Strategy. Die Strategie besteht ausschließlich aus Long-Positionen in Unternehmen, die Kohlendioxid-Emissionen vermeiden und/oder sich aktiv an den Klimawandel anpassen (Vermeidungs- und Anpassungsansatz). Schon bei der Konzeption der Strategie war Flexibilität das Schlagwort. Heute können mit der Sustainable Climate Strategy Kundenportfolios gebaut werden, die ganz auf Kohlendioxid-Reduzierung – jetzt und in der Zukunft – setzen, sich in grünen Erträgen engagieren und die Resilienz gegen die physischen Risiken des Klimawandels stärken. Dabei orientiert sich die Strategie an den ehrgeizigen Zielen des wegweisenden Pariser Klimaabkommens von 2015, in dessen Rahmen unter ­anderem beschlossen wurde, die Erderwärmung im 21. Jahrhundert auf ­maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen.

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