Asset Management
15. Januar 2019

Konstante Kosten bei Ucits

Der Anteil der Ucits-Fonds für institutitonelle Investoren ist gewachsen. Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde Esma stellt neue Studie zu Fondskosten vor.

Auf 35 Prozent ist bis zum Jahr 2017 der Anteil der Ucits-Fonds gewachsen, die auf institutionelle Kundschaft abzielen. Absolut betrachtet haben institutionelle Anleger damit etwa 700 Billionen Euro jeweils in Aktien-, Bond- und Geldmarkt-Ucits investiert beziehungsweise etwa 100 Billionen Euro in Ucits, die alternative Strategien verfolgen. Diese Daten ermittelte die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde Esma für eine aktuelle Studie, die sich insbesondere mit den Kosten dieser Fonds befasst. Die Anzahl aller Ucits hat sich seit der Finanzkrise mit heute 20.000 Fonds mehr als verdoppelt.

Dominiert werden die Kosten durch die Total Expense Ratio, Handelskosten spielen eine vergleichsweise geringe Rolle. Ein interessantes Ergebnis ist, dass die Kosten für institutionelle Ucits im EU-Durchschnitt seit 2008, trotz aller Sparanstrengungen der Investoren, im Durchschnitt sehr konstant verlaufen. Weniger stabil war dagegen die Performance. Dabei erweisen sich die Kosten bei Anleihen-Ucits mit laut Esma im Schnitt 50 Basispunkten als besonders stabil – und zinsbedingt in den vergangenen Jahren beziehungsweise über kürzere Zeitraumbetrachtungen als sehr dominant für die Rendite. Vor Kosten performte der I-Boxx Euro Corporates 2017 mit 1,5 Prozent, womit der Kostenanteil damit die Netto-Performance um ein Drittel reduziert. Im vergangenen Jahr erhöhten die Kosten den Verlust um ein Drittel. Ein deutlicher Kostenrückgang über diesen Zeitraum besteht lediglich bei Geldmarktfonds.

Im Vergleich zu den Ucits-Angeboten für Kleinanleger liegen die Kosten für die institutionellen Pendants nur etwa halb so hoch. Dies macht sich entsprechend in der Rendite bemerkbar. Interessanterweise könnten Retail Ucits aber über bestimmte Zeiträume zumindest Brutto bessere Renditen als institutionelle Ucits erwirtschaften. Dies führt die Esma auf die Liquiditätserfordernisse und Risikoerwägungen des institutionellen Lagers zurück.

Bei Kostenanalysen kommt auch die Esma an einem Vergleich aktiver und passiver Fonds nicht vorbei. Letztere kommen auf dem Aktienmarkt trotz eines „Verdopplers“ beim Volumen in den vergangenen zehn Jahren immer noch auf einen Anteil von nur zehn Prozent des gesamten EU-Aktienmarkts. Laut der Esma-Studie performen aktive Fonds über den ein- und drei-Jahreshorizont vor Kosten je ein Prozentpunkt besser als passive Fonds. Nach Kosten gleichen die Ergebnisse sich jedoch stark an. Über längere Zeiträume haben jedoch passive Ansätze die Nase vorn, wenn auch über zehn Jahre lediglich in Höhe von 30 Basispunkten.

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