Versicherungen
24. September 2018

Kritik an Lebensversicherern wegen Gewinnabführung

276 Millionen Euro an Mutterkonzerne. GDV: Großteil geht an Versicherte.

Deutschlands Lebensversicherungen müssen sich ob ihrer Ausschüttungen wieder einmal Kritik gefallen lassen. Zunächst berichtete der Spiegel, dass die 34 unter verschärfter Aufsicht der Bafin stehenden Lebensversicherungen in 2017 276 Millionen Euro Gewinn an ihre Mutterkonzerne abgeführt haben. Dieser Betrag sei der höchste in den vergangenen zehn Jahren gewesen.

Daraufhin kritisierte der Finanzexperte der Grünen-Bundestagsfraktion, Gerhard Schick, gegenüber dem Spiegel, dass die Verträge von Millionen von Menschen unter intensivierter Aufsicht stehen. „Sie haben erstens ein Recht auf mehr Transparenz und zweitens auf eine faire Lastenteilung.“ Die Versicherer täten sich schwer, die gegebenen Versprechen zu erfüllen, so Schick. „In solchen Zeiten erwarte ich, dass nicht Geld aus gefährdeten Lebensversicherungsunternehmen abfließt, sondern dieses zur Stabilisierung genutzt wird. Eigentlich müsste das Eigenkapital der Unternehmen deutlich erhöht werden.“

GDV weist Kritik zurück

Die Replik des Versicherungsverbands GDV ließ nicht lange auf sich warten. Der Verband betonte, dass über 96 Prozent der erwirtschafteten Erträge den Versicherten zu Gute kommen. In absoluten Zahlen hätten Lebensversicherer von 2011 bis 2017 rund 303 Milliarden Euro erwirtschaftet. Von diesem Betrag gingen 292 Milliarden Euro an die Versicherten. Zudem sei das Eigenkapital der Lebensversicherungen zwischen 2011 und 2016 um rund 3,7 Milliarden Euro gestiegen. Im Jahr 2017 seien weitere gut 700 Millionen Euro hinzugekommen.

portfolio institutionell 24.09.2018/Patrick Eisele

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