Versorgungswerke
4. April 2019

Landtagsabgeordnete suchen private Altersvorsorge

Baden-Württemberg sucht Partnerschaft mit Düsseldorfer Versorgungswerk. Dieses fürchtet „feindliche Übernahme“.

Oft wird der Politik vorgeworfen, dass sie sich zu wenig um das Thema Altersarmut kümmert. Dies ist allerdings nicht ganz zutreffend – zumindest wenn es die eigene Altersvorsorge der Politiker betrifft. Ein Dauerthema ist die eigene Altersvorsorge zum Beispiel für die Abgeordneten des Landtags in Baden-Württemberg. 2017 beschlossen die Abgeordneten, von der 2008 eingeführten privaten Altersvorsorge zur Staatspension zurückzukehren. Diese Vorhaben musste jedoch nach einem Proteststurm der Bürger nach fünf Tagen aufgegeben werden. Daraufhin fassten die Abgeordneten den Plan, dem Versorgungswerk der Mitglieder des Landtags Nordrhein-Westfalen und des Landtags Brandenburg, VLT, beizutreten.

Wie die FAZ berichtet, könnte die Reform der Altersversorgung für baden-württembergische Landtagsabgeordnete jedoch zum zweiten Mal scheitern. Laut der Zeitung gibt es im Verwaltungsrat des Versorgungswerks Bedenken gegen den Beitritt Baden-Württembergs. „Es gibt eine Angst vor einer feindlichen Übernahme. Wir streben weiterhin eine faire Partnerschaft an“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg, Hans-Ulrich „Uli“ Sckerl, der FAZ.

Geschäftsbesorgung durch ÄVWL

Angelegt wird das etwa 64 Millionen Euro zählende Vermögen des in Düsseldorf ansässigen VLT im Rahmen eines Geschäftsbesorgungsvertrags durch die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe, ÄVWL. Vergangenes Jahr gab das VLT bekannt, dass man sich nach dem Einsturz der Autobahnbrücke bei Genua von einer Anleihe des norditalienischen Autobahnbetreibers Atlantia getrennt habe. Damit habe man „auf die unklaren rechtlichen und wirtschaftlichen Folgen des Brückeneinsturzes reagiert“.

 

 

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