Alternative Anlagen
26. Februar 2019

Liquid Alternatives weiter beliebt

Studie von Lupus alpha: Performance der Strategien übertrifft 2018 Hedgefonds und Aktien. Institutionelle Investoren haben im Liquid-Alternatives-Segment einen Anteil von knapp 43 Prozent.

Institutionelle Investoren bauen ihre Positionen in Liquid Alternatives unvermindert aus. Das gab am Dienstag Lupus alpha im Rahmen der Vorstellung seiner neuen Absolut-Return-Studie bekannt. So sei der Fondsgesellschaft zufolge das Volumen institutioneller Anteilsklassen an den in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Absolute Return- sowie alternative Ucits-Fonds 2018 gegen den Trend weiter von 103,7 auf über 105,3 Mrd. Euro gestiegen. Dies entspricht einem Anteil von knapp 43 Prozent. Vor zehn Jahren entfiel erst jeder vierte Euro auf institutionelle Investoren. Über alle Anteilsklassen hinweg ist die Summe der verwalteten Assets dagegen von 261 auf 246 Mrd. Euro zurückgegangen; der erste Rückgang seit 10 Jahren nach einem sehr starken Jahr 2017 (plus 30 Prozent).

In einem Jahr, das vom schlechten Schlussquartal geprägt war, konnten sich laut Lupus alpha 2018 auch Liquid Alternatives-Fonds nicht dem allgemeinen Trend entziehen. Jedoch hätten sie mit einer durchschnittlichen Rendite von -3,43 Prozent teilweise deutlich die Performance von Aktien (z.B. MSCI World -8,71 Prozent, Euro Stoxx 50 -12,03 Prozent) und liquiden Hedgefonds (-6,72 Prozent) übertroffen. Positive Renditen konnten dabei Long-/Short-Fonds erzielen, die vorwiegend in den USA anlegen, sowie Währungsstrategien. Global Macro-Fonds verloren mit -0,3 Prozent nur geringfügig. Eine positive Sharpe Ratio als Maß der risikoadjustierten Rendite erreichten laut Lupus alpha nur elf Prozent der untersuchten Fonds. Daran lasse sich ablesen, wie schwierig das vergangene Börsenjahr für viele Manager war. Dies ergab die von Lupus alpha halbjährlich durchgeführte Absolute Return-Studie basierend auf Daten des Analysehauses Refinitiv (vormals Thomson Reuters Lipper).

Zum Teil deutliche Zuflüsse verzeichneten demzufolge 2018 liquide alternative Fonds, die spezialisierte, oft hedgefondsähnliche Strategien abbildeten, wie Global Macro, Multi-Strategie-Fonds oder marktneutrale Aktienanlagen. Bei Absolute Return-Fonds hingegen, die meist Multi-Asset Strategien verfolgen,  habe es Mittelabflüsse gegeben. Ihr Anteil am Gesamtvermögen liegt laut Studie nur noch bei gut 42 Prozent. Damit setze sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fort: 2014 machte ihr anteiliges Volumen noch etwa zwei Drittel des Fondsuniversums aus. „Gefragt waren, wie schon im Vorjahr, Strategien mit geringer Korrelation zu Aktien und Rentenmärkten. In der Anlegergunst dominieren Ansätze, die Investoren helfen, das Risiko ihres Gesamtportfolios zu reduzieren und die Diversifikation zu verbessern, sagt Ralf Lochmüller, CEO und Managing Partner von Lupus alpha.“

Um zu beurteilen, ob Absolute-Return-Fonds und Alternatives-Strategien ihre selbst gesteckten Ziele – nämlich möglichst unkorrelierte, langfristig positive Erträge, unabhängig vom Marktumfeld zu erzielen – im Schnitt erreicht haben, sei die Betrachtung über einen längeren Zeitraum sinnvoll. Über fünf Jahre erzielten etwa zwei Drittel der Fonds positive Renditen. Insgesamt übertraf das untersuchte Fondsuniversum mit einer durchschnittlichen Performance von 1,4 Prozent per annum die Wertentwicklung liquider Hedgefonds (gemessen am HFRX Index), die mit -0,59 Prozent negativ war.

Auffällig ist laut Studie die große Schwankungsbreite der Erträge innerhalb der Strategien. Hier zeigen sich hohe Qualitätsunterschiede zwischen den Fonds. Die Manager der jeweils besten Fonds erzielten je nach Strategie eine hohe ein- oder sogar zweistellige Performance, während die schlechtesten Fonds in fast allen Kategorien im Schnitt negative jährliche Erträge erzielten. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Analyse der Risikomanagement-Fähigkeiten der Manager, gemessen an dem durchschnittlichen maximalen Verlust innerhalb eines bestimmten Zeitraums (Maximum Drawdown). Guten Fonds gelang es in allen Strategien, die Maximalverluste im einstelligen Bereich zu begrenzen.

Die Heterogenität von Strategien und Managementqualität machen eine genaue Analyse jedes einzelnen Fonds und seines Risiko-/Ertrags-Profils unumgänglich. „Institutionelle Investoren sind in der Lage, die notwendige Due Diligence innerhalb der Einzel-Strategien zu leisten, um die guten Manager herauszufiltern. Das erklärt die wachsende Bedeutung von Liquid Alternatives in institutionellen Portfolios“, fasst Lochmüller die Ergebnisse zusammen.

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