Immobilien
5. Juli 2019

Logistikimmobilien werden knapper

Transaktionsvolumen fällt um 34 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro im ersten Halbjahr. Spitzenrendite sinkt auf 3,8 Prozent.

Im ersten Halbjahr 2019 umfasste das Transaktionsvolumen am deutschen Markt für Logistikimmobilien gut 2,3 Milliarden Euro. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2018 ist das ein Rückgang um 34 Prozent. 2018 wurden im ersten Halbjahr noch 3,5 Milliarden Euro umgesetzt. Dies berichtet der Immobiliendienstleister CBRE in einer aktuellen Analyse.

„Der Produktmangel wirkt sich immer stärker auf den Logistikinvestmentmarkt aus“, sagt Kai Oulds, Head of Logistics Investment bei CBRE in Deutschland. „Gerade bei guten Objekten und Portfolios sehen wir eine Vielzahl an Geboten unterschiedlichster Investoren – doch der Markt ist leergefegt, längst nicht alle Interessenten kommen zum Zuge.“ Besonders bei Portfolios mit Volumen jenseits der 100 Millionen Euro sei das Angebot knapp, gleichzeitig drängten immer mehr Akteure auf den deutschen Markt – darunter neue Kapitalquellen wie auch neue Managementplattformen. Der Nachfrageüberhang führe dazu, dass zunehmend auch Objekte unterhalb von 15 Millionen Euro in den Investmentfokus rückten, die zuvor aufgrund des geringen Transaktionsvolumens von vielen Investoren vermieden wurden.

Renditekompression setzt sich fort

Die Renditen befinden sich CBRE zufolge weiterhin im Rückgang. So notiert die Spitzenrendite laut Analyse bei 3,80 Prozent. Damit liege sie 55 Basispunkte unter dem Niveau des zweiten Quartals 2018 und zehn Basispunkte unterhalb des ersten Quartals 2019. „Die größte Renditekompression haben wir jedoch bei Objekten mit geringeren Mietvertragslaufzeiten beobachten können“, sagt Markus Thormann, Associate Director Valuation Advisory Services bei CBRE in Deutschland. „Aufgrund der hohen Nachfrage am Nutzermarkt und der geringen Leerstände hat bei den Investoren ein Umdenken bei der Risikobewertung stattgefunden. Kurze Laufzeiten gelten immer seltener als problematisch, da man zuversichtlich sein kann, entstehende Leerstände in kurzer Zeit mit neuen Mietern füllen zu können“, so Thormann. „Dieser Trend wird von der zunehmenden Verknappung der Flächen weiter angetrieben: Noch vor wenigen Jahren galten Logistikimmobilien als leicht duplizierbar und liefen somit immer Gefahr aufgrund neuer Projekte in der Nachbarschaft, neuer Konkurrenz ausgesetzt zu sein. Heutzutage sind die geeigneten Flächen jedoch äußerst knapp und viele Gemeinden sehr zögerlich, wenn es um neue Logistikobjekte geht“, ergänzt Kai Oulds. Trotz des sehr starken Produktmangels sei das Ergebnis des Gesamtjahres jedoch noch nicht abzuschätzen, da in den kommenden Monaten noch einiges an Produkten auf den Markt kommen könne, so Oulds.

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