Investoren
1. Juli 2019

Mehrheit der institutionellen Investoren weltweit integriert ESG

UBS-Umfrage zeigt: 78 Prozent beziehen Nachhaltigkeitsfaktoren bereits in ihren Anlageprozess mit ein. Europa führend.

Eine Umfrage mit dem Titel „ESG: Do you or don’t you?“ von UBS Asset Management (UBS-AM) und des Nachrichtenportals Responsible Investor zeigt, dass eine große Mehrheit (78 Prozent) der institutionellen Investoren weltweit bereits Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien in ihren Anlageprozess einbezieht. An der Umfrage nahmen mehr als 600 Investoren teil, die für ein Gesamtvermögen von über 19 Billionen Euro an Assets under Management stehen.

Die wichtigsten Gründe für die Integration von ESG-Kriterien sind laut Umfrage weltweit dieselben. Die weitaus meisten Investoren (über 80 Prozent) halten es für ein erhebliches Risiko, ESG-Faktoren nicht zu berücksichtigen, und viele von ihnen (55 Prozent) sind zudem überzeugt, dass sich deren Integration positiv auf ihren Anlageerfolg auswirken wird. Besonders wichtig ist, dass viele institutionelle Investoren davon ausgehen, dass Umweltfaktoren bei ihren Investments in den nächsten fünf Jahren eine größere Rolle spielen werden als traditionelle finanzielle Kriterien. Michael Baldinger, Head of Sustainable & Impact Investing bei UBS Asset Management, dazu: „Wenn wir mit unseren großen institutionellen Kunden sprechen, stellen wir zunehmend eine veränderte Haltung zu nachhaltigem Investieren fest. Diese aktuelle Studie bestätigt unsere Überzeugung: Nachhaltiges Investieren ist nicht länger eine schöne Option, sondern ein Muss.“

Auch in den USA ist ESG bei 68 Prozent der Befragten ein Thema

Desweiteren ergibt die Umfrage, dass in Europa der Prozentsatz der institutionellen Investoren, die bereits im Bereich ESG aktiv sind, mit 82 Prozent am höchsten ist. In Asien, Ozeanien und Afrika liegt dieser bei 76 Prozent. In diesen Regionen ist auch die Zahl derer, die zukünftig ESG-Faktoren berücksichtigen wollen, am größten, was hohes Wachstumspotenzial in Aussicht stellt. In Japan trifft dies beispielsweise auf jeden dritten institutionellen Investor zu.

Entgegen einem weit verbreiteten Eindruck und trotz der in den USA herrschenden, recht feindseligen Haltung zum Thema Nachhaltigkeit, seien auch dort die Investoren, die ESG Beachtung schenken (68 Prozent), gegenüber denen, die dies nicht tun (11 Prozent), klar in der Überzahl. Während einige Investoren ESG-Kriterien in ihren gesamten Anlageprozess integrieren, träfe dies bei der Anlagestrategie (69 Prozent), der Suche nach und der Auswahl von Portfoliomanagern (65 Prozent) und der Performance-Verfolgung (60 Prozent) auf mehr als die Hälfte der Investoren zu. Bei allen Arten von Versorgungskassen ist der Anteil derer, die ESG-Faktoren integrieren, laut Umfrage ähnlich hoch (zwei Drittel). Von den Pensionsfonds mit aufgeschobener Vergütung integrierten bereits drei Viertel ESG-Kriterien in ihre Standardfonds, wobei sich die meisten (63 Prozent) für Investments in breit angelegte ESG-Strategien entscheiden.  Nur knapp jeder Dritte (30 Prozent) ist bereits heute in der Lage, die Auswirkungen seiner ESG-Strategie zu messen. Doch weitere 44 Prozent wollen dies in der Zukunft erreichen.

„Die Ergebnisse dieser groß angelegten Umfrage unter institutionellen Investoren auf der ganzen Welt haben uns überrascht“, sagte Hugh Wheelan, Managing Editor von Responsible Investor: „Es ist auch wirklich sehr beeindruckend, von Anlegern zu erfahren, dass sich die Themen Klimawandel und Biodiversität nach ihrer Einschätzung in den nächsten fünf Jahren mindestens ebenso sehr oder sogar noch stärker auf ihre Anlageportfolios auswirken könnten wie traditionelle Finanzinformationen.“

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