Pensionsfonds
25. Januar 2019

Mercer: Erhöhter Rechnungszins entlastet Pensionsverpflichtungen

Verpflichtungen der DAX-30-Unternehmen sinken. Allerdings auch Pensionsvermögen rückgängig.

Laut dem Beratungsunternehmen Mercer sind die Pensionsverpflichtungen der DAX-30-Unternehmen auf 368 Milliarden Euro gesunken. Insbesondere ein leicht erhöhter Rechnungszins, den Mercer in der Analyse unterstellte, wirkte sich dabei positiv auf die Pensionsverpflichtungen aus. Die Pensionsverpflichtungen wurden im Jahr 2017 – allerdings noch mit anderer Zusammensetzung des DAX – mit 380,8 Milliarden Euro bewertet. 2018 wurden Covestro und Wirecard für Commerzbank und ProSiebenSat.1 Media in den Index aufgenommen. Berücksichtigt man die neue Zusammensetzung des DAX, so sanken die Pensionsverpflichtungen von 375,4 Milliarden Euro auf 368 Milliarden Euro.

Im gleichen Zeitraum ging das Pensionsvermögen im IFRS-Abschluss von 258 Milliarden Euro (die geänderte Zusammensetzung des DAX berücksichtigend 251,9 Milliarden Euro) auf rund 250 Milliarden zurück. Mercer führt hier insbesondere das schlechte Ergebnis der Aktienmärkte als Grund an. Dabei beugten zusätzliche Zuführungen von schätzungsweise 3,5 Milliarden Euro einem stärkeren Absinken der Pensionsvermögen vor. Der Deckungsgrad der Pensionsverpflichtungen liegt so bei etwa 68 Prozent und somit etwas niedriger als im Vorjahr (69 Prozent). Im Vergleich zu den vorherigen Jahren liegt die Deckung aber noch immer auf überdurchschnittlich hohem Niveau.

Vorsichtsmaßnahmen für 2019
„Im Vergleich zur restlichen Wirtschaft in Deutschland sind die Verpflichtungen der DAX-30-Unternehmen sehr gut mit Pensionsvermögen bedeckt“, sagt Jeffrey Dissmann, Senior Investment Consultant bei Mercer. Dennoch mahnt er für 2019 Vorsichtsmaßnahmen an: „Wir erwarten auch weiterhin politische Entscheidungen, die sich für die Unternehmen kurzfristig positiv auswirken werden, sowie unterstützende makroökonomische Bedingungen. Jedoch gilt es schon jetzt, Wertpapierportfolien so anzupassen, dass Ausfälle möglichst minimiert werden können. Ähnlich wie 2018 werden auch in diesem Jahr politische Konflikte äußert relevant für den Kapitalmarkt sein. Die gegenläufige Entwicklung des Anleihen- und Aktienmarkts, die zunehmend restriktivere Geldpolitik der Zentralbanken und die möglichen politischen Konflikte der großen Volkswirtschaften sind Themen, die von Kapitalanlegern Aufmerksamkeit und Handlungsbereitschaft fordern.“

Der Effekt der sinkenden Pensionsverpflichtungen durch einen erhöhten Rechnungszins ist zunächst rein bilanziell. Dazu merkt Thomas Hagemann, Chefaktuar von Mercer Deutschland, an: „Die tatsächliche Zinsveränderung in den einzelnen Unternehmen hängt von der Bestandszusammensetzung und dem gewählten Zinsermittlungsverfahren ab. Wir gehen davon aus, dass die DAX-30-Unternehmen den Rechnungszins im Durchschnitt ebenfalls um etwa 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte erhöht haben“.

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