Traditionelle Anlagen
26. März 2019

Nachhaltigkeit senkt Default-Risiken

Analyse der EB zu Corporate Bonds. Je höher ökologische Nachhaltigkeit, desto geringer das Ausfallrisiko.

Ein gutes Timing bewies die Evangelische Bank, EB, mit der Entscheidung, ihre Nachhaltigkeits-Tagung auf den heutigen Dienstag zu legen. Am frühen Dienstagnachmittag sank nämlich laut sueddeutsche.de die Marktkapitalisierung der Bayer AG auf knapp 60 Milliarden Dollar – und damit auf einen Wert, der unterhalb des Kaufpreises für Monsanto liegt. Bayer ist damit also mit Monsanto weniger wert als ohne.

Dass Nachhaltigkeit sich aber auch generell auf das Rendite-Risikoprofil von Kapitalanlagen positiv auswirkt, zeigten Michael Hepers von der EB und Professor Jens Kleine von CFin (Research Center for Financial Services) in einer umfangreichen Studie auf. Ebenfalls erhellend war eine Corporate-Bond-Analyse von André Höck. Höck ist Portfoliomanager bei der Asset-Management-Tochter der EB, SIM.

Anhand des Vergleichs eines Portfolios aus Bonds von nachhaltigen Unternehmen mit einem Portfolio aus Bonds von nicht-nachhaltigen Unternehmen untersuchte Höck die Auswirkungen von ökologischen Kriterien auf das Ausfallrisiko. Dabei bestätigten sich zunächst drei Forschungshypothesen: Erstens, dass je höher die ökologische Nachhaltigkeit desto niedriger die Adressrisikoprämie ist. Zweitens, dass sich die erste Hypothese besonders in Sektoren mit hohen Nachhaltigkeitsrisiken bemerkbar macht. Drittens, dass dieser Nachhaltigkeits-Effekt besonders stark bei Unternehmen mit hoher Bonität ist. Der Grund hierfür ist, dass sich diese Unternehmen hohe Investments in ihre Nachhaltigkeit eher leisten können.

In Zahlen ergab sich für die beiden Portfolios, dass bei praktisch identischen Ratings, Laufzeiten und Durations auch die Kupons, Renditen und Wertentwicklungen auf nahezu gleichem Niveau sind. Für das Portfolio mit hoher ökologischer Nachhaltigkeit lag die Wertentwicklung seit Ende 2013 bei 19,4 Prozent und für das nicht-nachhaltige Pendant bei 20,2 Prozent. „Nachhaltigkeit kostet also praktisch keine Rendite, senkt aber das Risiko“, schlussfolgert Höck.

Mehrwert von Nachhaltigkeit

Als Beispiel für die Wichtigkeit, auf die Risiken zu achten, führt der Portfoliomanager die Ölplattform Deepwater Horizon an. Gewisse Vorfälle vor dem großen Unglück hätten bereits für schlummernde, sich im Rating nicht widerspiegelnde Risiken sensibilisieren können. Dass das Default-Risiko bei nicht-nachhaltigen Unternehmen höher ist, zeigt ein Blick auf die Adressrisikoprämie. Die CDS-Prämie mit fünfjähriger Laufzeit liegt nämlich im nachhaltigen Fall bei 131 und im nicht-nachhaltigen Fall bei 144 Basispunkten. Dies, obwohl das Rating von beiden Portfolios bei A- liegt. „Es hat also einen Mehrwert, Nachhaltigkeit in die Analyse einzubeziehen“, so André Höck.

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