FRANKFURT - Während Anleger früher nur zwischen Aktien, Renten und Immobilien wählen konnten, wird der Investorengilde heute ein bunter Strauß an Anlagemöglichkeiten offeriert. Von einer Qual der Wahl war bei einer Ted-Umfrage zu den Anlagefavoriten für 2010 unter den Teilnehmern einer Lupus-Alpha-Konferenz aber wenig zu verspüren.
Anlegers Liebling für 2010 sind mit 22 beziehungsweise 21 Prozent der Nennungen Absolute Return und Rohstoffe. Mit deutlichem Abstand folgen auf der Favoritenliste Aktien und Immobilien, für die sich 16 beziehungsweise 15 Prozent der Konferenzteilnehmer begeistern können. Private Equity und Corporates folgen mit acht beziehungsweise sieben Prozent. Jeweils fünf Prozent nannten Staatsanleihen und Cash. Dass sich für die vier letztgenannten Assets noch jeder Vierte entschied, deutet zumindest am unteren Ende der Anlageagenda auf eine gewisse Unschlüssigkeit hin.
Auch für Christian Fuhrmann von der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse Darmstadt ist Absolute Return ein interessantes Produkt. Schließlich brauche es eine Ergänzung zu den Long-only-Produkten, bei denen man oft zum Tiefpunkt aus dem Markt rausgedrängt werde. "Die Erfahrung sagt mir jedoch, dass nur wenige Absolute Return beherrschen. Für die Anlegerseite ist es wichtig, das Produkt zu verstehen", so Fuhrmann auf der Podiumsdiskussion der Veranstaltung.
Zum Podium zählte auch Henrik Hänche. Der Executive Vice President Corporate Finance der Deutschen Post zeigte sich gegenüber Absolute-Return-Ansätzen recht aufgeschlossen: "Die Long-only-Welt hat ausgedient. In Zukunft werden wir beide Seiten spielen: Long und Short." Christoph Braun vom Gastgeber Lupus Alpha zeigte sich aufgrund der Produktpalette seines Hauses über das Votum der Befragten wenig überraschend sehr erfreut.
Die trotz der Umfrage weitverbreitete Kritik an Absolute Return sieht Braun als nur teilweise berechtigt. Je nach Marktphase wechseln auch die Favoriten. "Absolute Return ist gefragt, wenn der Markt bereits stark gefallen ist. Dagegen spricht man nur noch von Long-only, wenn die Kurse stetig nach oben gestiegen sind." Die logische Konsequenz daraus ist, sich aus dem bunten Strauß an Anlagemöglichkeiten auch einmal antizyklisch zu bedienen.
DWS-Sprecher Klaus Kaldemorgen, der als vierter Podiumsteilnehmer einräumt, dass man es mit der Indexorientierung übertrieben habe, empfiehlt eine selektive Vorgehensweise: "Ein großer Werkzeugkasten ist gut. Ein Handwerker greift aber immer nur entweder zum Hammer oder zur Zange."
portfolio institutionell newsflash 02.12.2009 pe/jan





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