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16.03.2010

Administration à la Allianz

Dem Team in der IDS GmbH - Analysis and Reporting Services würde man gerne einmal über die Schulter schauen. Die Tochter der Allianz SE bildet über eine zentrale Plattform die ­Investmentportfolios sowohl aus Sicht des Investors als auch aus der des Asset Managers ab.

Dem Team in der IDS GmbH - Analysis and Reporting Services würde man gerne einmal über die Schulter schauen. Die Tochter der Allianz SE bildet über eine zentrale Plattform die ­Investmentportfolios sowohl aus Sicht des Investors als auch aus der des Asset Managers ab. Hauptkunden sind die Allianz und Allianz Global Investors (AGI). Die Dienstleistung umfasst im Wesentlichen das Managen von ­Geschäftsprozessen für das operative Kapitalanlage-Controlling. Die Produktpalette reicht von der Performance- und Risikodatenanalyse bis zu konsolidierten und kundenspezifischen Reportings. 2001 als ­Insourcer gestartet, bietet man nun verstärkt auch für Konzernexterne diese Produkte nebst Beratung an. Zu und zwischen den Drittkunden gibt es selbstverständlich Chinese Walls. "Bei unseren Kunden gilt das Credo ‚Ein gutes Reporting ist wie ein zweites Alpha'", so Dr. Wolfgang Dietl, der bei IDS die Erschließung des konzernfremden ­Marktes verantwortet. Einen Teil der Kunden hat die IDs bereits außerhalb der Gruppe gefunden. Den Allianz-Hintergrund sieht man dabei für das weitere Wachstum mehr als Türöffner denn als Hemmschuh.

Das Administrationsspielfeld ist in Deutschland aber durch ­die schon qua Gesetz benötigten KAGen und Depotbanken eng besetzt. Wo ist Platz für die IDS? "Eine ganzheitliche Sicht ist derzeit sehr ­gefragt, auch die regulatorische Anforderung hat sich nochmals ­erhöht. Man schätzt unsere pragmatische ­Umsetzungskompetenz", sagt IDS-Mann Werner Kieferle, zuständig für Risiko und Compliance, der hier auch auf einen positiven Effekt durch die Finanzkrise verweist. Entsprechend hat man den Anspruch, die ganzheitliche Sicht über alle Asset-Klassen hinweg zu vermitteln, das heißt, die ­Betrachtung erstreckt sich auch auf nicht börsengehandelte Assets. "Durch unseren Konzernhintergrund ist für uns zum Beispiel die ­Abbildung eines Bürohauses in Paris Alltag. Eine Master-KAG dagegen ist auf Sondervermögen spezialisiert. Aus Sicht der Portfolioanalyse ist das eine Herausforderung", so Reiner Laakmann, bei IDS ­zuständig für Performance-Messung und -analyse. "Je nachdem, aus welchem Blickwinkel - zum Beispiel Benchmark-nah bewertet, nach faktoriellen Risiken oder Liquidierbarkeit - man Portfolios betrachtet, kommt es zu Differenzen. Durch unsere integrierte Plattform können wir methodisch bedingte Abweichungen bis auf Einzeltitelebene erklären", so Laakmann weiter. Bei physischen Rohstoffen und Spezialnischen, wie zum Beispiel Venture-Capital-Dachfonds, stößt allerdings auch die IDS an die Grenzen des Analysespektrums. Hingegen sind die technische Abbildung von Schnittstellen jedweder Art, das ganzheitliche Datenmanagement in Verbindung mit flexiblen Analyse- und Reporting-Tools sowie die Prozess- und Systemrobustheit ­Faktoren, in denen sie sich aus eigener Sicht von anderen Administratoren ­abhebt.

Neben diesen Unterschieden gibt es natürlich auch Schnittmengen - auch zu einem Anbieter im eigenen Konzern. AGI beackert als Master-KAG ebenfalls das Feld der Administration. Dietl sieht jedoch insgesamt keine Konkurrenzsituation, sondern die IDS eher in der Rolle des Komplementärs, falls die KAG Module outsourced. "Für ­typische Master-KAG-Dienstleistungen wie Fondsbuchhaltung und Fondsadministration benötigt man eine KAG-Lizenz. Für unsere ­Services brauchen wir diese nicht. Unter Kosten- und Flexibilitäts­gesichtspunkten ist das ein Vorteil für den Kunden."

 
Patrick Eisele
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