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Administration
09.08.2017

Administration von Alternatives: Von Generalisten und Spezialisten

Katja Lammert

Jörg Homann

Mit der Administration von Wertpapieren groß gewordene KVGen widmen sich verstärkt der Administration von Real Assets – und stützen sich dabei auf bestehende Prozesse. Dies bringt den KVGen Skalierungsvorteile und den Kunden ein einheitliches Reporting.

Anno 2001 machte der Nikolaus Administrationsdienstleistern eine besondere Bescherung. Mit dem am damaligen 6. Dezember veröffentlichten Rundschreiben R11/2001, vulgo Nikolausrundschreiben, war fortan die Auslagerung von Bereichen auf ein anderes Unternehmen erlaubt – und damit das Konstrukt Master-KAG auch offiziell ­abgesegnet. Dieses trug wesentlich dazu bei, dass Investoren ohne größeren verwaltungstechnischen Aufwand sehr flexibel auch mit spezialisierten Boutiquen und ausländischen Asset Managern investieren können.

Die mittlerweile Master-KVGen genannten Administratoren verwalten heute Milliarden an Euros. Der Master-KVG-Marktführer Universal-Investment administriert in seinen Masterfonds in über 220 Fonds etwa 160 Milliarden Euro. Große Volumina sind im margenarmen Admin-Business, vergleichbar zu Angeboten von ­passiven Asset Managern, eine wichtige Geschäftsbasis. Um sich neue Verdienstmöglichkeiten zu erschließen, waren die Master-­KVGen mit mehr oder minder großem Erfolg gezwungen, ihr Service-Repertoire in Richtung Overlays, Wertpapierleihe, Transition-Management-Angebote, aufsichtsrechtliches Meldewesen oder der ­Integration von Direktbeständen zu erweitern.

Doch mehr und mehr entwickeln sich für die Administratoren ­margenstärkere Geschäftspotenziale außerhalb der Welt des Risiko-Controllings, des einheitlichen, standardisierten Reportings und der Bündelung von Aktien und Anleihen zu bilanziellen Zwecken. Den hierfür verantwortlichen Nikolaus gibt Mario Draghi mit seiner Zinspolitik, welche institutionelle Anleger zu Investments in alternative Anlagen zwingt – und Master-KVGen, aber auch Verwahrstellen und Software-Anbietern, neue Geschäftspotenziale erschließt. Die Beweggründe liegen auf der Hand: die wegen der Zinsmisere kontinuierlich steigenden Alternatives-Zielquoten und die besseren Verdienst­möglichkeiten.

Nicht zuletzt dürfte auch die Bestätigung des Vier-­Augen-Prinzips in der AIFM-Richtlinie Master-KVGen und Verwahrstellen in ihrem Tun bestätigt haben. „Ein halbes Dutzend an Wert­papier-Master-KVGen beschäftigt sich auch mit der ­Administration von Real Assets“, sagt Clemens Schuerhoff. Der Kommalpha-Berater fügt ­hinzu, dass die Liste der bei der Bafin registrierten KVGen noch nie so lang war wie gegenwärtig. Vor Inkrafttreten des KAGB 2013 waren rund 80 KVGen bei der Bafin lizenziert, bei denen es sich in der Rückschau um die stabile Community der überwiegend wertpapierlastigen Häuser handelte. Inzwischen ist die Zahl der insgesamt bei der Bafin registrierten Kapitalverwaltungsgesellschaften auf 260 ­gestiegen, nach 218 im Vorjahr. „Dieser kräftige Anstieg basiert stark auf Spezialisten für alternative Assets.“

The Next Big Thing in Admin: Alternatives

Laut PWC wurden in Luxemburg Ende vergangenen Jahres erstmals mehr AIFM-Lizenzen als Ucits-Lizenzen gezählt. In diesem Vergleich steht es nun 220 zu 201, nach 200 zu 204 im Jahr 2015. Dieser Trend ­basiert gemäß PWCs Observatory Management Companies Barometer 2017 auf dem Interesse der Anleger, mit Infrastruktur, Debt und Private Equity das Portfolio breiter zu diversifizieren. Im Vergleich des alternativen Geschäfts der klassischen Wertpapier-Administratoren liegt Universal-Investment auch vorne. PWC führt Universal mit 22 Milliarden Euro an Assets auf dem ersten Platz eines Top AIFM ManCo-Ratings. Mit 19 Milliarden Euro an Assets folgt die Deka auf dem ­zweiten Platz.

Die Top Ten komplettieren aus Deutschland Flossbach von Storch und Deutsche Asset Management mit je elf Milliarden ­Euro auf den Plätzen acht und zehn. 22 Milliarden sind absolut ­betrachtet für eine Universal, die insgesamt etwa 300 Milliarden Euro administriert, zwar nicht besonders viel. Allerdings beeindruckt das Jahreswachstum von 39 Prozent. Die Zahl der Fonds erhöhte sich um neun auf 43. Auch bei den sogenannten Third Party ManCos, die ­Administrationsleistungen für andere Investmentgesellschaften wie Sicavs erbringen, belegt Universal-Investment mit 25,9 Milliarden Euro an verwaltetem Vermögen den zweiten Platz hinter der UBS. Ebenfalls in die Top Ten haben es aus Deutschland IP Concept und Oppenheim Asset Management Services mit 14 beziehungsweise 13 Milliarden Euro geschafft.

 
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