Ende 2008 war die Ärzteversorgung noch zu 20 Prozent in Aktien investiert.
HANNOVER - Die 6,1 Milliarden Euro schwere Ärzteversorgung Niedersachsen (AEVN) erwartet für das Jahr 2009 eine Rendite von mehr als vier Prozent. Dies geht aus einem Schreiben an ihre Mitglieder hervor. "Nach den derzeitigen Berechnungen wird die Ärzteversorgung Niedersachsen im Jahre 2009 bei der Vermögensrendite den versicherungsmathematischen Rechnungszins von vier Prozent übertreffen", hieß es. Ende Oktober 2009, also zwei Monate vor Jahresfrist, betrug die Rendite laut dem Schreiben 2,9 Prozent.
Ende Oktober 2008, als die globale Finanzkrise tobte, lag die Zahl bei 2,2 Prozent. Ob die AEVN ihren Rechnungszins für das Jahr erreichte, verriet sie nicht. Zum Vergleich: Im guten Börsenjahr 2007 erzielte das Versorgungswerk eine Rendite von 5,56 Prozent (siehe auch frühere Meldung).
Jedenfalls hat das Versorgungswerk wegen der Krise eine Erhöhung der Anwartschaften und Rentenleistungen vorübergehend ausgesetzt. "Ausschlaggebend war dafür neben der Auswirkung der Finanzkrise im Jahresabschluss 2008 vor allem der hohe restliche Finanzierungsbedarf für die notwendige Einführung neuer berufsständischer Richttafeln aufgrund der Verlängerung der durchschnittlichen Lebenserwartung", hieß es in dem Schreiben.
Obwohl die Nettorendite für 2008 nicht angegeben wurde, lieferte die AEVN eine Übersicht der Kapitalanlage. Demnach war die Einrichtung Ende 2008, als die Aktienmärkte weiterhin einbrachen, noch zu 20 Prozent ihres Vermögens in Aktien investiert. Die Anteile an Rentenfonds machten 63 Prozent des Vermögens aus, gefolgt von Immobilien (zehn Prozent), "übrigen Anlagen" (vier Prozent) sowie Hypotheken (2,5 Prozent).
Die übrigen Anlagen wurden zwar nicht näher erläutert, aber gewöhnlich sind damit Liquidität und alternative Anlagen, wie Private Equity, gemeint. Zuständig für die Kapitalanlagen der AEVN ist der Geschäftsführer Karsten Müller-Uthoff.
Neben seiner Tätigkeit bei der AEVN ist Müller-Uthoff auch Sprecher des Arbeitskreises "Vermögensanlage-Fragen" bei der Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen (ABV). In dem Gremium sitzen auch Vertreter der größten und bekanntesten Versorgungswerke Deutschlands (siehe Link).
Ende Oktober 2009 zählte die AEVN 27.447 Mitglieder. In den ersten zehn Monaten des Jahres sammelte die Einrichtung 233 Millionen Euro an Beiträgen ein und zahlte 225 Millionen Euro an Leistungsempfänger aus.
portfolio institutionell newsflash 17.02.2010/jan/kbe





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