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28.07.2010

AEVWL übertrifft Rechnungszins von vier Prozent

Münster: Sitz der Ärzteversorgung Westfalen-Lippe

Das Versorgungswerk hat auch von der Aktienerholung profitiert.

MÜNSTER - Dank der allgemeinen Markterholung hat die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe (AEVWL) 2009 wieder eine Anlagerendite erzielt, die über ihrem Rechnungszins liegt.

Wie aus dem aktuellen Geschäftsbericht der acht Milliarden Euro schweren AEVWL hervorgeht, betrug die Rendite 4,2 Prozent und lag damit 0,2 Prozentpunkte über dem Rechnungszins. Der Rechnungszins ist der Wert, mit dem das Sparguthaben der Versicherten verzinst wird.

"Zu dieser positiven Entwicklung beigetragen hat sicherlich auch die allgemeine Stabilisierung der Finanz- und Wirtschaftslage nach dem ersten Quartal 2009, die nicht zuletzt durch massive staatliche Hilfen gelingen konnte", kommentierten Andreas Kretschmer und Markus Altenhoff, beide Geschäftsführer der AEVWL mit Verantwortung für die Investments. Die Investments in Aktien, Renten und Immobilien trugen zu der positiven Entwicklung bei.

Wegen der Finanzkrise verlief 2008 weniger erfreulich. Die Rendite der AEVWL war mit 1,8 Prozent deutlich unter dem Rechnungszins. Als Reaktion auf den Marktcrash ging die AEVWL zu einer defensiven Anlagestrategie über, bei der die Aktienquote zwischenzeitlich auf null Prozent gesenkt wurde und die Immobilienengagements kräftig ausgebaut wurden (siehe Interview mit Andreas Kretschmer).

Die defensive Strategie war jedoch nur von kurzer Dauer. Um von der Kurserholung an den Aktienmärkten zu profitieren, erhöhte das Versorgungswerk die Aktienquote kräftig, so dass diese Ende 2009 elf Prozent des Vermögens betrug. Um auch die exzellente Verzinsung von Corporate Bonds für sich zu nutzen, kaufte die AEVWL Ende 2008/Anfang 2009 im großen Stil Unternehmensanleihen, so dass diese Quote am Ende vergangenen Jahres knapp neun Prozent erreichte. Die AEVWL war Ende 2009 außerdem zu 40 Prozent in festverzinslichen Papieren und 3,1 Prozent im Geldmarkt investiert.

Das Hypothekengeschäft, das von der Finanzkrise negativ getroffen wurde, machte Ende vergangenen Jahres 17,5 Prozent des Anlagevolumens aus. Zu den Problemen mit dem Geschäft erklärte das Versorgungswerk: "Die AEVWL hat das Darlehensgeschäft im abgelaufenen Jahr nicht weiter forciert, da sich zum einen die Bonitäten der Darlehensnehmer im Zuge der Finanzkrise deutlich verschlechtert hätten, so dass mit vermehrten Ausfällen zu rechnen gewesen wäre. Zum anderen ist das Darlehensgeschäft durch das Wettbewerbsverhalten anderer Immobilienfinanzierer so sehr unter Druck geraten, dass sich für die AEVWL keine attraktiven Zusatzerträge mehr erzielen ließen."

Mit 17 Prozent des Vermögens blieb die Einrichtung auch 2009 ein großer Immobilieninvestor. Davon entfielen sieben Prozent auf Direktanlagen und der Rest auf internationale Immobilien-Spezialfonds. Die Direktanlagen liefen allerdings besser: "Durch die Generierung von außerordentlichen Erträgen in Höhe von rund 19 Millionen Euro konnte die Rendite des Direktbestandes nach Kosten und Abschreibungen auf 7,7 Prozent gesteigert werden."

Zu den internationalen Fonds hieß es: "Das Jahr 2009 war eine besondere Herausforderung, doch effiziente Portfolioarbeit und intensive Kontrolle der externen Dienstleister, wie Fondsmanager und Berater, haben geholfen, dieses Segment des Immobilienportefeuilles vor schwerwiegenderen Einbrüchen zu schützen und seine Ausrichtung mit Blick auf die Zukunft zu optimieren." Weitere Details, wie die Rendite der Fondsanlagen, wurden nicht genannt.

Ende 2009 versicherte die AEVWL 36.000 Ärzte und andere medizinische Mitarbeiter. Die Zahl der Leistungsempfänger lag über 12.000. Die Einrichtung nahm zudem 392 Millionen Euro an Beiträgen ein und zahlte 338 Millionen Euro an Versorgungsleistungen aus.

portfolio institutionell newsflash 28.07.2010/jan/kbe

 
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