Asset Manager
31.01.2018

Aktives Management, Real Assets und Hedgefonds: Investoren wappnen sich vor Risiken

Blackrock-Studie: 60 Prozent wollen mehr Infrastruktur und Renewables. 20 Prozent wollen Hedgefonds ausbauen.

Große, weltweit aufgestellte institutionelle Investoren halten nach Möglichkeiten Ausschau, sich vor Abwärtsrisiken an den Kapitalmärkten zu schützen. Neben Barbeständen sind höhere Allokationen in ausgewählten aktiv gemanagten Anlagestrategien gefragt, berichtet Blackrock aus einer eigenen Umfrage. Demnach wollen 65 Prozent der Teilnehmer ihre Barbestände in diesem Jahr nicht verändern. Gleichzeitig besteht Interesse an aktivem Portfoliomanagement, das verschiedene alternative Anlageklassen wie illiquide Assets und Hedgefonds ebenso umfasst wie Aktien.

An der Umfrage haben weltweit 224 institutionelle Investoren teilgenommen, die 7,4 Billionen Dollar Vermögen repräsentieren. Die Ergebnisse zeigen, dass illiquide Anlageklassen und Real Assets innerhalb der Privatmärkte bei globalen institutionellen Investoren weiterhin besonders gefragt sind. Daher sollten sie von Zuflüssen besonders profitieren. Drei Fünftel (60 Prozent) der institutionellen Investoren weltweit gehen davon aus, ihre Engagements in Infrastruktur und erneuerbaren Energien zu erhöhen. Das Interesse an Immobilien dürften ebenfalls steigen: Mehr als zwei Fünftel (42 Prozent) der Befragten gaben an, dass sie diese Anlageklasse künftig stärker nutzen wollen. Ebenfalls mehr als zwei Fünftel (43 Prozent) planen, sich stärker in Private Equity zu engagieren.

„Unsere Kunden beabsichtigen, in Privatmärkte und andere hochgradig aktiv gemanagte Strategien umzuschichten. Darin spiegelt sich ihre Wahrnehmung wider, dass nach wie vor globale Risiken bestehen und dass die Fähigkeiten von Portfoliomanagern Mehrwert bieten. Unsere Renditeerwartungen für die meisten Marktsegmente, die bei Institutionellen zum Einsatz kommen, liegen insgesamt deutlich unter den Renditezielen der Investoren – trotz des weltweit synchronen Wachstums“, sagt Edwin Conway, Globaler Leiter des Geschäfts mit institutionellen Kunden bei Blackrock. „Hohe Barbestände zu halten und gleichzeitig vermehrt auf aktive Manager zu setzen, mag nicht auf den ersten Blick einleuchten. Aber für viele unserer Kunden ist diese zweigleisige Strategie das Mittel der Wahl, um Risiken und womöglich volatilere Märkte zu meistern.“

Hedgefonds dürften Zuflüsse verbuchen, aktive Aktienstrategien sind beliebt

Hedgefonds sind bei Investoren offenbar wieder gefragt. Denn nachdem Investoren sich 2017 aus diesem Bereich zurückziehen wollten, planen sie für 2018 höhere Engagements. Ein Fünftel der Befragten (20 Prozent) will seine Hedgefonds-Anlagen ausbauen. Zwar wollen die Befragten ihre Aktienpositionen insgesamt reduzieren. Doch fast ein Viertel von ihnen (24 Prozent) will den Schwerpunkt im Vergleich zu Index-Investments stärker auf aktive Strategien legen. 16 Prozent beabsichtigen das Gegenteil.

Alternative Kreditstrategien dürften Kapital anziehen

Angesichts der weltweiten Jagd nach laufenden Erträgen bleiben alternative Kreditsegmente wie Private Credit attraktiv. Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) will ihre Positionen in diesem Bereich ausbauen. Innerhalb des breiteren Kreditspektrums stoßen auch Schwellenländer auf Interesse. Fast zwei Fünftel (37 Prozent) erwägen, sich dort vermehrt zu engagieren. Dagegen dürften Positionen in Kern-Anleihensegmenten (Core und Core Plus) eher abnehmen (28 Prozent). Damit setzt sich der Trend aus den Vorjahren fort. 

Edwin Conway ergänzt: „Im aktuellen Umfeld rekordverdächtiger Wertzuwächse denken wir, dass institutionelle Investoren in diesem Jahr nicht um aktive Portfolioentscheidungen herumkommen. Seit Jahren sprechen wir mit unseren Kunden über die Notwendigkeit, alternative Strategien zu nutzen, um so verschiedenartige Renditequellen zu erschließen und dem aktuellen Zinsumfeld entgegenzusetzen. Es freut uns zu sehen, dass die Kunden die entsprechenden Vermögenswerte weiterhin zunehmend nutzen. Das zeigt, dass solche Anlageklassen unter Institutionellen, die verschiedene Renditequellen, Inflationsschutz und antizyklische Investments suchen, langsam die Norm werden.”

portfolio institutionell 31.01.2018/Patrick Eisele

 
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