Versorgungswerke
07.05.2018

Allianz: keine Kohle für die Kohle

Komplettausstieg bis 2040. Auswirkungen auf Versichertengelder und Versicherungsgeschäft.

Die Allianz verabschiedet sich komplett aus der Kohle. Bereits 2015 kündigte der Vorstandsvorsitzende Oliver Bäte an, mit Blick auf das Pariser Zwei-Grad-Ziel und auf die ökonomischen Risiken keine Kohle-basierten Geschäftsmodelle mehr zu finanzieren und nicht mehr in Unternehmen zu investieren, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes durch Kohleabbau oder 30 Prozent ihrer Energieerzeugung aus Kohle erzielen. Nun hat die Allianz angekündigt, ihre Kohletoleranz Richtung null zu reduzieren.

Ab sofort will man auf Einzelversicherungen von Kohlekraftwerken und -minen verzichten. Bis 2040 sollen Kohlerisiken in der Schaden- und Unfallversicherung sowie in der Kapitalanlage der Versichertengelder schrittweise ausgeschlossen werden. Weiter erfolgt der Beitritt zur Science Based Target Initiative. Teil des Maßnahmenkatalogs ist auch, den CO2-Fußabdruck des Geschäftsbetriebs bis 2040, etwa durch einen höheren Anteil an Erneuerbaren Energien im Stromeinkauf, zu verkleinern. 

Für die Anlage der Versichertengelder konkretisiert die Allianz in einer Pressemitteilung als langfristiges Ziel, ihre handelbaren Anlagen in allen kohlenstoffintensiven Branchen klimaneutral zu strukturieren. Unternehmen, denen es in den kommenden Jahrzehnten nicht gelingt, ihre Treibhausgasemissionen an das Zwei-Grad-Ziel anzupassen, werden schrittweise aus dem Portfolio genommen. Dies wird etwa durch den aktiven Dialog mit den Unternehmen und die Forderungen nach langfristigen Klimaschutzzielen umgesetzt, analog zum ESG-Scoring-Ansatz, der bereits für Unternehmen mit hohen ESG-Risiken angewandt wird.

„Wir sind überzeugt, dass unser Ansatz das Risiko-Ertragsprofil unseres Portfolios langfristig weiter verbessert und wir unsere Position als zukunftsorientierter Investor ausbauen werden“, erklärt Dr. Günther Thallinger, im Vorstand der Allianz SE verantwortlich für Investments und ESG. „Als langfristiger Investor wollen wir den Wandel zu einer klimafreundlichen Wirtschaft gemeinsam mit unseren Kunden gestalten. Wir werden daher auch unsere Investitionschancen in neue Technologien strategisch entwickeln.“ Oliver Bäte ergänzt, dass der Klimawandel enorme ökonomische und soziale Risiken berge. „Er beeinträchtigt schon heute Millionen Menschen. Als ein führender Versicherer und Investor möchten wir den Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft vorantreiben.“

portfolio institutionell 04.05.2018/Patrick Eisele 

 
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