STUTTGART - Die Allianz Leben, die noch 2007 ihre Immobilienbestände veräußerte, will bis 2013 wieder in das Segment investieren - und zwar nicht über Fonds, sondern direkt.
Wie Andreas Gruber, Kapitalanalagechef der Allianz-Leben, im Interview mit der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) sagte, soll die Immobilienquote im Jahr 2013 maximal sieben Prozent des Vermögens (145 Milliarden Euro) betragen.
Gruber begründete den Schritt mit den attraktiven Renditen. "Bei erstklassigen Objekten erhalten wir eine Verzinsung von fünf bis sechs Prozent. Zusätzlich erwarten wir eine Wertsteigerung von ein bis drei Prozent pro Jahr. Im aktuellen Zinsumfeld ist das sehr attraktiv", sagte er der FAZ.
Im festverzinslichen Bereich, der etwa 80 Prozent des Vermögens ausmacht, setzen sich die Neuanlagen 2010 laut Gruber so zusammen: Ein Drittel Staatsanleihen aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden, ein Drittel Pfandbriefe und ein Drittel Unternehmensanleihen und "ähnliches", also auch Staatsanleihen aus den Schwellenländern.
Auf die Frage, warum Emerging-Market-Bonds gekauft werden, sagte er: "Die Schwellenländer sind die attraktivere Anlageklasse, wenn Sie Rendite und Risiko vergleichen. Vor allem in Asien ist das Risiko gering. Diese Länder haben gesunde Staatshaushalte sowie ein positives Bevölkerung- und Wirtschaftswachstum."
Während des Booms am Markt für Unternehmensanleihen Anfang 2009 hatte Gruber gesagt, dass die Allianz Lebensversicherung bis zu 20 Prozent in der Asset-Klasse investiert sein wollte. Einen Ausbau der Aktienquote, die damals zehn Prozent des Vermögens ausmachte, hatte er nicht angekündigt - wobei sich 2009 letztlich als gutes Börsenjahr erwiesen hat (siehe frühere Meldung). Auch in dem FAZ-Interview machte Gruber keine genauen Angaben zur Aktienstrategie seines Unternehmens.
Die Asset-Allokation sieht jedenfalls so aus: 80 Prozent (des Vermögens) Bonds, davon 15 Prozent Corporates mit Schwerpunkt auf Europa und drei Prozent aus den Schwellenländern. Die Aktienquote beträgt sechs Prozent und Private Equity zwei Prozent. Die Immobilienquote, die verdoppelt werden soll, liegt bei drei Prozent.
In Bezug auf das Niedrigzinsumfeld sei die Allianz Leben kaum davon betroffen, da die Anleihen, die 2010 gekauft worden seien, eine durchschnittliche Verzinsung von knapp vier Prozent aufwiesen, so ein Unternehmenssprecher. Der Vorstand im Dezember wolle im Dezember über die Überschussbeteiligung des kommenden Jahres entscheiden.
portfolio institutionell newsflash 10.11.2010/jan/rko





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