Administration
12.03.2018

Ambitionierter Administrator

Bernd Vorbeck (Foto: Universal-Investment)

Marktführerschaft im Administrationsgeschäft, einen finanzstarken Eigner und Wachstumschancen in verschiedenen Segmenten: Bernd Vorbeck lässt keinen Zweifel, dass die Universal-Investment aktiv die sich in der Administrationswelt bietenden Chancen nutzen will – und zwar im In- und Ausland.

Die Universal-Investment war und ist der Platzhirsch in der Administration von Fonds und KVGen – und will es auch bleiben: „In fünf Jahren wollen wir 500 Milliarden Euro Assets under Administration haben und die größte Fondsservice-Plattform für alle Asset-Klassen in Europa sein“, setzt sich der Vorsitzende der Geschäftsführung, Bernd Vorbeck, als Wachstumsziel. Behält Universal-Investment sein Tempo bei, ist dieses Ziel mehr als realistisch. Anfang 2017 – bei der Übernahme durch das Private-Equity-Haus Montagu – administrierte Universal-Investment etwas mehr als 290 Milliarden Euro, zum Jahresende waren es bereits etwa 355 Milliarden Euro. 

Wachstumsquellen sind nach wie vor das klassische Administrationsgeschäft, also Master-KVG und White Labeling, zweitens die Strukturierung und Administration von alternativen Investments und drittens das Portfoliomanagement mit regelgebundenen Ansätzen wie Overlays. Vorbeck: „Alle drei Produktlinien entwickeln sich mit ­einem Zuwachs von durchschnittlich 20 Prozent sehr gut und, fast noch wichtiger, alle drei Produktlinien sind profitabel.“ Zum Ende des Geschäftsjahres im September 2017 administrierte die Universal 325 Milliarden Euro in Masterfonds und auf der Private-Label-Plattform, 36 Milliarden Euro in Immobilien und anderen Real Assets sowie 33 Milliarden Euro im Portfoliomanagement mit regelbasierten Konzepten wie Factor Investing.

Das Investoreninteresse an Real Assets wusste die Universal also für sich zu nutzen. Im vergangenen Jahr benannte PWC Universal-Investment als größte AIFM ManCo in Luxemburg. Insbesondere bei der Administration von Immobilien ist die Universal seit dem Beginn der Geschäftsführer-Tätigkeiten von Alexander Tannenbaum und ­Stephan Rockel im Jahr 2011 gewachsen. Ein wichtiger Kunde ist hier die Bayerische Versorgungskammer, für die beispielsweise im Oktober 2016 zwei neue Immobilien-Umbrella-Fonds als Luxemburger AIFs mit einem geplanten Investitionsvolumen von 3,6 Milliarden Euro aufgelegt wurden. Insgesamt sieben Teilfonds werden von Branchengrößen wie CBRE oder Hines gemanagt. Im Januar wurde bekannt, dass Renewables-Spezialist Agloria und Universal gemeinsam einen Luxemburger Spezialfonds für Windkraftanlagen starten.

Sisyphos-Arbeit Regulierung

Wachstumsmarkt Administration? Dies stimmt insofern, als dass die Volumina kontinuierlich durch das Wachstum der Spezialfonds ­gefüttert werden. Laut BVI-Daten stieg das Vermögen in offenen Wertpapier-Spezialfonds seit 2008 nahezu kontinuierlich von 616 auf 1.519 Milliarden Euro an. „Geld, das in Spezialfonds fließt, kommt zu etwa 75 Prozent den Masterfonds zu Gute“, erklärt Kommalpha-Vorstand Clemens Schuerhoff. Der Administrationsexperte geht allerdings nicht davon aus, dass diese Quote weiter steigt. „Der Ursprungsgedanke der Master-KVG, die Wertschöpfungskette in ­Administration und Asset Management aufzusplitten, ist heute weniger stark ausgeprägt.“ 

Die Flut an Assets hebt auch nicht die Boote aller Master-KVG-Anbieter. Der ­Preisdruck, den die Kunden auf Grund fallender ­Renditeerwartungen gezwungenermaßen aufbauen müssen, und die Abbildung von Regulierungsanforderungen wie jüngst das Investmentsteuerreformgesetz drücken auf die Profitabilität der Administratoren. Ventile, um den Kostendruck abzulassen, bestehen für die Masterfonds-Dienstleister in der Verwaltung von margenstärkeren Real Assets, im Asset Management in Form von Overlays und in weiteren Dienstleistungen. 

In der Regel dürfte aber bei den Administrationsanbietern die ­Profitabilität hinter dem Marktwachstum zurückbleiben. Bei der ­Helaba Invest hat eine strategische Fokussierung dazu geführt, dass die Asset-Management-Aktivitäten ausgebaut wurden. „2011 startete die Universal mit der Administration von Immobilien, wir mit dem Management von Immobilien. Darüber bin ich heute froh“, sagt Uwe Trautmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Helaba Invest, mit Blick auf die Margen speziell im Administrationsgeschäft. Generell gilt für Uwe Trautmann „Ertrag vor Wachstum“. Sofern ein Mandat nicht profitabel sei, möchte sich die Tochter der Landesbank Hessen-Thüringen an aggressiv geführten Preiskämpfen nicht beteiligen. „Grundsätzlich sind die ­Gebühren sehr stark abhängig von der Komplexität eines Mandates, natürlich sind diese bei einem komplexen Mandat höher anzusetzen.“ 

 
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