Traditionelle Anlagen
16.05.2018

Anleihenfonds mit chronischer Underperformance

Morningstar zur Gebührenproblematik von Anleihenfonds. „Viele Bondfonds sind geborene Versager.“

Eine globale Untersuchung von Morningstar zu den wichtigsten Rentenfondskategorien zeigt, dass viele aktiv verwaltete Bond-Produkte schlicht zu teuer sind. In Europa trüben zudem die zahlreichen Fondsschließungen die Erfolgsbilanz. Bei der Frage „Aktiv oder Passiv“ kommt es indes vor allem auf den Zielmarkt an, teilt die Agentur in ihrer Fondsanalyse „Viele Bondfonds sind geborene Versager“ mit.

Laut Morningstar ist der Median der aktiven Fondsmanager in manchen Kategorien zwar in der Lage, vor Kosten die Benchmark zu schlagen. Das sei etwa der Fall bei Fonds für GBP- und EUR-Unternehmensanleihen, Schwellenländer-Unternehmensanleihen und globalen Rentenfonds. Nach Berücksichtigung von Gebühren falle der Medianfonds in jeder Kategorie deutlich hinter die Benchmark zurück.

Bei manchen Fondskategorien liege der Median der Fonds schon vor Kosten so weit hinter der Benchmark, dass man im Grunde von einem programmierten Scheitern sprechen kann. Dies sei der Fall bei Kategorien, die auf diversifizierten Rentenmärkten investieren. Hier schneiden teure Fonds besonders schlecht ab. Doch auch in volatilen Kategorien, etwa bei Fonds für Schwellenländer-Bonds, führen gemäß der Agentur prohibitive Kosten dazu, dass die eigentlich guten Erfolgsaussichten für aktive Manager deutlich geschmälert werden.

Der wichtigste Grund für die chronische Underperformance von Rentenfonds gegenüber ihren Vergleichsindizes: die Gebühren! Die Median-Renditen nach Abzug der Gebühren waren in allen 25 Kategorien negativ.

Nichtsdestotrotz rät Morningstar nicht automatisch zur passiven Alternative: „Denn auch wenn kostengünstige passive Optionen im Fixed-Income-Raum immer leichter verfügbar werden, müssen die Anleger in der Lage sein, die relativen Vorzüge von aktiven und passiven Rentenfonds zu beurteilen, um fundierte Anlageentscheidungen zu treffen.“ 

portfolio institutionell 16.05.2018/Patrick Eisele 

 

 
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