Portfolio Magazin

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Ausgabe 12/2017

Die Titelgeschichte dreht sich um Aktien

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Traditionelle Anlagen
01.01.2018

Antizyklik gesucht, Multi Asset gefunden

Multi-Asset-Mandate mit Wertsicherung machen Master-KVGen mit Overlay Konkurrenz. Bei der Abstimmung zwischen Investor und Anbieter kreist vieles um die Justierung von Wertsicherungskosten und Risikobudgets – auch um weniger prozyklisch als eine Master-KVG zu sein. Eine andere „Multi“-Variante sind Multi Manager.

Multi-Asset-Fonds sind ein Kind der Finanzkrise. Vor 2008 war es für die meisten Investoren undenkbar, dass ein anderer als sie selbst über die Allokation entscheidet. Die Renditeverlegenheit im Tiefzinsumfeld bereitete jedoch auch im institutionellen Lager Produkten den Weg, in denen ein Asset Manager über die Allokation von Aktien, Anleihen, Reits, Rohstoffen, Infrastruktur oder Geldmarkt und auch die einzelnen Assets entscheidet. Auf der Referenzkundenliste eines Multi-Asset-Spezialisten finden sich zwei große Sparkassen und je ein ­großer Corporate und ein großes Stadtwerk.

Jürgen Huth, Consultant bei Faros Consulting: „Multi Asset, insbesondere mit Wertsicherung, hat an Bedeutung in Mandatsausschreibungen gewonnen.“ Gemäß einer Ted-Umfrage auf dem Faros Institutional Investors Forum ­Mitte November in Frankfurt plant etwas mehr als die Hälfte in Multi Asset zu investieren oder ist bereits investiert. Ein Fünftel ist „in Über­legung“. Knapp die Hälfte sieht in Multi-Asset-Mandaten mit Wert­untergrenze gar eine Alternative zu einem Masterfonds mit Overlay. 

„Diese Antworten passen in etwa zu dem, was wir machen“, sagte Manfred Bubenheim vom Group Pension & Asset Management der Deutschen Post und Teilnehmer an einer Multi-Asset-Diskussionsrunde. Die Deutsche Post hat bereits seit längerem eine Master-KVG mit Overlay, die allerdings nicht zur gänzlichen Zufriedenheit Bubenheims arbeitet: „Das Overlay ist sehr prozyklisch und von der Performance der in der Master-KVG aufgehängten Asset Manager hatte man sich mehr versprochen. Als im Jahr 2015 der Konzern für die Dotierung der Pensionsgelder Cash nachschoss, wurde dieses auch in Multi-Asset-Strategien allokiert. „Von den Multi-Asset-Managern erwarten wir, dass die Wertuntergrenzen eingehalten werden“, so Bubenheim. Auf Grund der Erfahrungen mit der Finanzkrise arbeitet die Deutsche Post seit 2010 mit Wertuntergrenzen und Risikobudgets.

Von vergleichbar großer Bedeutung ist die Einhaltung der an den ­Asset Manager kommunizierten Wertuntergrenze für Thomas Vaitl, Leiter Treasury, Finanz- und Investitionsmanagement beim ADAC: Die Bilanzierung erfolgt nach HGB unter Anwendung des gemilderten Niederstwertprinzips. Erst wenn der Anteilscheinpreis nachhaltig und deutlich unter die bei Auflage fixierte Wertuntergrenze fällt, bestünde Abschreibungsbedarf, den es absolut zu vermeiden gilt.“

Vaitl kam vor knapp fünf Jahren von Siemens Financial Services zum ADAC. Damals bestand das Portfolio im Wesentlichen aus kern­europäischen Staatsanleihen, Pfandbriefen sowie deutschen Schuldscheindarlehen. Im Zuge der anhaltenden „Niedrigzins-Phase“ wurde bis heute das Portfolio deutlich breiter über mehrere Asset-Klassen aufgestellt und granularer diversifiziert. Teil dieser Diversifikationsstrategie war auch die Auflage von zwei global und breit über ­mehrere Asset-Klassen investierten Multi-Asset-Fonds. Gegen ein Master-Fonds-Konstrukt – direkt abgeleitet aus der SAA und gesichert durch ein Risiko-Overlay – habe im Entscheidungsprozess seinerzeit unter anderem die starke Abhängigkeit von einem einzigen Overlay Manager im Hinblick auf die effiziente Sicherung der Wertuntergrenze und die generell etwas höhere Komplexität in der Umsetzung gesprochen, so Thomas Vaitl. 

 
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