Entgegen dem Branchentrend ist der laufende Jahresbeitrag zudem gestiegen.
BERLIN - Die Ideal Versicherung hat im vergangenen Jahr ihre Kapitalanlagerendite deutlich verbessert. Wie das Unternehmen mitteilte, stieg die Zahl von 3,0 auf 4,8 Prozent. Dabei hat der Versicherer am kräftigen Anstieg an den Aktienmärkten in den zurückliegenden zwölf Monaten gar nicht partizipiert, weil er nicht in Aktien investiert war (siehe auch frühere Meldung).
Im Vordergrund stand die Stabilisierung der laufenden Erträge, erklärte Karlheinz Fritscher, der für die Kapitalanlage der Ideal verantwortlich ist. Risikokapital werde allenfalls für taktische Anlageentscheidungen eingesetzt. Aktien spielen daher in der strategischen Asset Allocation keine Rolle.
Derzeit sind 85 Prozent der Kapitalanlagen in festverzinsliche Wertpapiere investiert, deren durchschnittlicher Kupon 4,8 Prozent beträgt. Zehn Prozent hält der Versicherer in Immobilien, wobei es sich ausschließlich um Direktanlagen mit dem Schwerpunkt Berlin handelt.
Entgegen dem Branchentrend steigerte die Ideal im vergangenen Jahr den laufenden Jahresbeitrag im Neugeschäft um 16,9 Prozent auf 14,4 Millionen Euro. Die LV-Branche insgesamt musste dagegen einen Rückgang von 15,4 Prozent hinnehmen.
Dagegen mied der Berliner Versicherer, der sich auf Produkte für die Zielgruppe 50plus spezialisiert hat, konsequent kurzfristiges Einmalbeitragsgeschäft und Kapitalisierungsprodukte. Nur in Verbindung mit langfristigen Renten- oder Pflegeversicherungen wurden Einmalbeiträge in Höhe von rund 32,2 Millionen Euro eingenommen.
Auch die Entwicklung des Bestandes fiel gegenläufig aus. Während die gesamte Branche beim laufenden Jahresbeitrag einen Rückgang von 3,6 Prozent auswies, stieg der laufende Beitrag der Ideal im Bestand um 3,4 Prozent auf 120,1 Millionen Euro. Alles in allem nahm der Versicherer 2009 148,8 Millionen Euro Bruttobeiträge ein, das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 4,3 Prozent. Im Vergleich zur Branche, die ihre Zuwächse hauptsächlich über Einmalbeiträge generierte, ist das allerdings weniger. Die Lebensversicherung im engeren Sinne, also ohne Pensionskassen und Pensionsfonds, verbuchte einen Zuwachs von 6,6 Prozent.
2010 tritt die Ideal mit zwei Produktneuheiten an. Zum einen startet der Versicherer einen neuen Anlauf mit einer seniorenspezifischen Rechtsschutzversicherung, nachdem die Kooperation mit der DMB Rechtsschutz im Fiasko geendet hatte. Das DMB-Produkt habe sich als "unverkäuflich erwiesen", erklärte Vorstandsvorsitzender Rainer M. Jacobus. Als Grund nannte er die sehr komplexe Gestaltung des Produkts. Aus diesem Fehler habe man gelernt und die neue Rechtsschutzversicherung als einfaches Bausteinsystem konstruiert. Risikoträger ist nun die Ideal Versicherung AG. Lediglich die Regulierung wird von einem externen Dienstleister übernommen.
Neu ist auch die Ideal Pflegezusatzversicherung, die zunächst als Ergänzung für das Sterbegeld entwickelt worden war, damit der Versicherte im Pflegefall die Sterbegeldversicherung nicht abbricht. Sie kann aber auch an andere Produkte angekoppelt werden und leistet eine beitragsbefreiende Rente zu Gunsten der Hauptversicherung, wenn der Versicherte die Pflegestufe II oder III erhält.
Außerdem beobachtet die Ideal sehr aufmerksam das Vorhaben der Bundesregierung, eine private Pflegezusatzversicherung einzuführen. Das Unternehmen hat eine eigene Arbeitsgruppe gebildet, die sich regelmäßig damit befasst. Die Ideal ist bislang der einzige Versicherer in Deutschland, der eigene Rechnungsgrundlagen für die Pflegeversicherung besitzt und nicht die verbandsübergreifenden Daten nutzt.
portfolio institutionell newsflash 31.03.2010/kmo/jan





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