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Versorgungswerke
02.11.2011

Aus drei mach eins

Die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe arbeitet seit Oktober nicht mehr mit drei Master-KAGen zusammen, sondern nur noch mit einer. In einem Beauty-Contest setzte sich HSBC Inka durch.

Die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe hat eine neue Master-KAG-Struktur implementiert. Anstatt wie bisher mit drei unterschiedlichen Master-KAGen zusammenzuarbeiten, bei denen drei Masterfonds unterhalten wurden, hat das Versorgungswerk seine indirekten Anlagen im Oktober bei einer einzigen Master-KAG zusammengeführt, die zwei Masterfonds verwaltet. Wie Martin Teigeler, Senior Investment Manager der ÄVWL, in einem Vortrag auf der gemeinsamen Fachtagung von itechx und Faros mitteilte, wurde allerdings keine Konsolidierung in Reinkultur vorgenommen. Denn dies hätte zu nur einem Masterfonds geführt. „Diesen Schritt wollten wir noch nicht machen, weil wir uns für die individuellen Bedürfnisse unseres Hauses einen strategischen Masterfonds 2 vorbehalten wollen“, so Teigeler. 

Bei der Suche nach dem Master-KAG-Anbieter, der diese neue Struktur übernehmen soll, holte sich das Versorgungswerk Unterstützung beim Investment-Consultant Faros. In einem Beauty-Contest setzte sich die HSBC Inka durch. Als Zeitpunkt der Implementierung wählte die ÄVWL das Geschäftsjahresende ihrer Fonds - den 30. September. „Der letzte Schritt in dem Gesamtprojekt bedurfte einer hohen operativen Sorgfalt, um die entsprechenden Milliarden von rechts nach links zu schieben. Entgegengekommen ist uns dabei, dass wir auf der Custodian-Seite keinen Wechsel hatten, sondern nur das KAG-Dach gewechselt haben“, führte Teigeler aus. Am 7. Oktober war die Implementierung abgeschlossen.   

Skaleneffekte lassen Kosten sinken 

In der Konsolidierung auf eine Master-KAG und reinen Fondsanbieter sieht die ÄVWL für sich mehrere Vorzüge. Durch Skaleneffekte sollen sich die Kosten deutlich um mehrere Basispunkte reduziert haben. Ein weiterer Vorteil sei die Vereinheitlichung der Steuerung, Reportings und Kennzahlen. Dies war laut Teigeler in der Vergangenheit nicht immer der Fall: „Wir sahen uns sehr häufig mit unterschiedlichen Risikokennzahlen konfrontiert, die in sich alle natürlich ihre Berechtigung haben. Es ist allerdings eine ziemliche Aufgabenstellung zu sagen, wie die unterschiedlichen Risikokennzahlen für den Gesamtbestend zusammenzuführen sind.“ Diese Aufgabe entfalle nun und schaffe Freiräume für andere Themen, wie zum Beispiel fallbezogene und marktspezifische Analysen. Laut Teigeler sei denkbar, künftig auch den Direktbestand der ÄVWL noch weitergehend zu konsolidieren und zu einheitlichen Risikokennzahlen zu verdichten. Neben den einheitlichen Reports erwartet sich die Ärzteversorgung von HSBC Inka auch Unterstützung bei der Überwachung ihrer Asset Manager. „Wir haben die Master-KAG als neutrale Stelle ein wenig in die Verpflichtung genommen, die Asset Manager zu monitoren“, führte Teigeler aus. 

Die Ärzteversorgung sieht sich mit der Konsolidierung ihrer Master-KAG-Struktur aber noch längst nicht am Ende des Kostensenkungspotenzials angekommen. Laut Teigeler will man sich im nächsten Jahr intensiv mit folgenden Fragen befassen: Was ist eine notwendige Diversifizierung? Was kann man zusammenfassen? Wo agieren Manager häufig ähnlich und macht daher eine Zusammenfassung Sinn? Und wo bleibt man besser diversifiziert? Bei der Beantwortung dieser Fragen soll der Blick auf die Kapitalanlage nicht untergehen. Die ÄVWL sei sich bewusst, dass eine hohe Konzentration gewisse Risiken berge. 

portfolio institutionell newsflash 02.11.2011/kbe

   

 
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