OBERHAUSEN - Nach der gescheiterten Übernahme durch Swiss Life will die überbetriebliche Babcock Pensionskasse (BPK) ein neues Kapitel aufschlagen. Das Problem ist nur: Der Regulierer Bafin hat es ihr weiterhin verboten, Neugeschäft zu generieren, solange die Solvabilität nicht wiederhergestellt ist.
Die Übernahme durch Swiss Life kam nicht zustande, weil die Bafin eine sofortige Nachreservierung in Höhe von 60 Millionen Euro von der Swiss Life forderte. Mercer hat inzwischen die Verwaltung der Renten der BPK übernommen (siehe frühere Meldung).
Laut Hans-Hermann Vowinkel, Kapitalanlagevorstand, ist eine Erhöhung des Eigenkapitals bis zur Solvabilitätsanforderung von etwa 22 Millionen Euro notwendig, um zukünftig wieder neue Mitglieder aufnehmen zu dürfen. "Dies ist für uns vordringliches Ziel", sagte er im Gespräch mit portfolio institutionell.
Die BPK ist seit 2002, als das Industrieunternehmen Babcock Borsig Pleite ging, eine überbetriebliche Kasse. Heute versichert sie 13.000 Beschäftigte von insgesamt 130 Unternehmen, darunter die Kieler Werft HDW. Laut Vowinkel nimmt die Kasse jährlich zwischen 20 und 25 Millionen Euro an Beiträgen von ihren Bestandskunden ein.
Die BPK ist relativ ungeschoren durch die Finanzkrise gekommen. Im vergangenen Geschäftsjahr, das Ende September 2009 endete, erzielte die Kasse eine Nettorendite von 4,18 Prozent und lag damit über dem Rechnungszins von 3,5 Prozent.
Vowinkel führte das positive Ergebnis auf eine gute Performance der Bondanlagen, die den Löwenanteil des Vermögens ausmachen, sowie auf die Immobilien (fünf Prozent des Vermögens) zurück.
"Im Februar 2008 haben wir unseren ganzen Aktienbestand (damals fünf Prozent des Vermögens) verkauft. Seitdem sind wir dem Markt ferngeblieben", sagte Vowinkel. Und weiter: "Wir würden erst wieder einsteigen, wenn der Dax wieder auf 4.500 Punkte zurückfällt."
Im Bereich alternativer Anlagen ist die BPK nicht engagiert, allerdings betrachtet Vowinkel Rohstoffe als attraktiv. "Hier wollen wir noch nicht einsteigen, weil das Preisniveau für Edelmetalle zu hoch ist. Unsere Zielquote für Alternatives liegt aber bei fünf Prozent", so der Kapitalanlagevorstand.
portfolio institutionell newsflash 21.04.2010/jan/kbe





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