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Versicherungen
15.06.2011

Bafin: Versicherer bleiben äußerst aktienscheu

Die Zentrale der Finanzaufsicht in Bonn

Die Zentrale der Finanzaufsicht in Bonn

Die durchschnittliche Aktienquote verringert sich 2010 auf 3,5 Prozent.

BONN - Trotz eines relativ guten Börsenjahres - der Dax und S&P 500 legten im zweistelligen Bereich zu - blieben Versicherer und Pensionskassen in Deutschland 2010 äußerst aktienscheu.

Wie aus dem aktuellen Jahresbericht der Finanzaufsicht Bafin hervorgeht, betrug die Aktienquote Ende 2010 durchschnittlich 3,5 Prozent des Vermögens nach 3,7 Prozent im Vorjahr. Die höchste Aktienquote wiesen die Schaden/Unfallversicherer mit 6,6 Prozent aus. Die niedrigste Quote hatten die Krankenversicherer mit 1,6 Prozent.

Auch die Hedgefondsquote der Versicherer und Pensionskassen blieb mit durchschnittlich 0,5 Prozent extrem niedrig. Die Unternehmen dürfen laut Gesetz bis zu 35 Prozent ihres Vermögens in "risikobehaftete Papiere" investieren. Dazu gehören auch Genussrechte, nachrangige Anleihen und High-Yield-Bonds.

Das Engagement der Unternehmen im High-Yield-Bereich betrug Ende 2010 laut der Bafin 1,2 Prozent. Versicherer und Pensionskasse können hier bis zu fünf Prozent des Vermögens investieren, allerdings müssen die High-Yield-Bonds ein Rating von mindestens "B-" (Standard & Poor's) oder "B3" (Moody's) haben.

Beim Vermögen verzeichneten die Krankenversicherer 2010 den größten Anstieg (7,7 Prozent auf 176 Milliarden Euro), während die Kapitalanlagen der Schaden/Unfallversicherer mit 138 Milliarden Euro nahezu unverändert blieben. Die Lebensversicherer kamen mit plus 3,8 Prozent auf 734 Milliarden Euro. Das Wachstum bei den Pensionskassen fiel mit 1,5 Prozent auf 109 Milliarden Euro schwach aus. Zum Vergleich: Pensionsfonds steigerten dem Bericht zufolge ihre Assets um 45 Prozent auf insgesamt 25 Milliarden Euro.

_Bei den Bafin-Stresstests schneiden die Lebensversicher gut ab

Bei den Bafin-Stresstests schnitten die Lebensversicherer besser als die Pensionskassen ab. Alle 94 Lebensversicherer, die die Tests absolvieren mussten, haben sie bestanden. Drei waren aufgrund ihrer risikoarmen Anlage von den Tests befreit.

Dagegen haben sechs von 131 Pensionskassen die Tests nicht bestanden. Dazu erklärte die Bafin: "Bei den sechs Kassen mit negativen Ergebnissen war die jeweilige Unterdeckung in der Regel gering. Diese Unternehmen ergriffen im Laufe 2010 Maßnahmen zur Wiederherstellung ihrer Risikotragfähigkeit." 22 Kassen mussten an den Tests nicht teilnehmen .

Von den 179 Schaden-/Unfallversicherern, die den Tests unterlagen, sind ebenfalls sechs durchgefallen. Als Hauptgrund nannte die Bafin "Sondereffekte", wie Beitragsrückgänge und ein außerordentlich großes Bestandswachstum. "Dennoch ist auch bei den Unternehmen mit negativem Stresstestergebnis von einer ausreichenden Risikotragfähigkeit auszugehen, wenn man die derzeitigen Verhältnisse zugrunde legt", so die Aufsicht weiter. 39 Schaden-/Unfallversicherer waren von den Tests befreit.

portfolio institutionell newsflash 08.06.2011/jan/kbe

 
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