Laut Insidern bedeutet Molls Berufung, dass die Firma nicht verkauft wird.
MÜNCHEN - Drei Monate nach dem Rücktritt von Michael O. Bentlage als Chef von Bayern Invest hat das Unternehmen einen Nachfolger genannt: Reinhard Moll. Moll war bislang Mitglied der Geschäftsführung, zuständig für Administration und Master-KAG.
Zum Zeitpunkt des Abgangs von Bentlage hatte die angeschlagene Bayern-LB einen Verkauf der Fondsgesellschaft erwogen. Ein Sprecher der Landesbank sagte damals: "Im Rahmen der Restrukturierung stünden grundsätzlich alle Beteiligungen auf dem Prüfstand" (siehe auch frühere Meldung). Der Grund: Die Bayern-LB wurde von der Finanzkrise schwer getroffen und musste mit einer staatlichen Finanzspritze von zehn Milliarden Euro gerettet werden. Im Gegenzug forderte die EU, die staatlichen Hilfen genehmigen muss, eine Halbierung der Bilanz der Bayern-LB.
Laut Insidern bedeutet Molls Berufung, dass die Bayern-LB ihre Fondstochter zunächst behalten will. "Im Sommer hatte die Bayern-LB sich überlegt, wie sie die EU-Bedingungen erfüllen könnte, und kam deshalb auf einen möglichen Verkauf von Töchtern, darunter die Bayern Invest", hieß es.
"Nach dem Verkauf der österreichischen Tochter Hypo Group Alpe Adria (HGAA) im Dezember ist aber der Druck gesunken. Ein Verkauf ist zwar nicht ganz vom Tisch, aber die Bayern-LB weiß, wie wichtig die Bayern Invest für ihre lokale Strategie ist", hieß es weiter. Der Verstoß der maroden HGAA an den österreichischen Staat für einen symbolischen Euro verkürzte die Bilanz der Bayern-LB um elf Prozent.
Tatsächlich ist Bayern Invest dank seiner Master-KAG-Kompetenz im heimischen institutionellen Markt stark verankert. Zu den Kunden der Fondsgesellschaft zählen vor allem Sparkassen, aber auch andere Institutionelle, wie Versicherungen und Pensionseinrichtungen. Die Profitabilität der Einheit gilt ebenfalls als ordentlich.
Von den 30 Milliarden Euro, die Bayern Invest verwaltet, entfällt die Hälfte auf Master-KAGen. Bei einer Master-KAG wird die Administration von verschiedenen Spezialfonds zentralisiert. Die nachgesagten Vorteile sind niedrige Kosten für die Administration sowie eine höhere Transparenz.
Wie die Bayern Invest weiter mitteilte, scheidet Oliver Brandt, Geschäftsführer für den Vertrieb, zum 30. Juni 2010 "aus persönlichen" Gründen aus. Nach den Abgängen hat Bayern Invest nur noch zwei Geschäftsführer: Moll und Oliver Schlick, der das Fondsmanagement, Produktentwicklung und nun auch den Vertrieb verantwortet.
Um die verkleinerte Geschäftsführung zu unterstützen, hat Bayern Invest eigenen Angaben zufolge Katja Lammert und Eberhard Schwarz als Generalbevollmächtigte berufen. Lammert war bislang bei Bayern Invest Chefsyndika, während Schwarz seit 2007 bei dem Asset Manager als Direktor, zuständig für Marketing und Vertrieb, fungiert.
portfolio institutionell newsflash 13.01.2009/jan/kbe





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