Bisher seien die Investoren bei Nachhaltigkeit zu schwammig gewesen.
MÜNSTER - Das auf nachhaltige Investments spezialisierte Beratungshaus SD-M hat neue Nachhaltigkeitsstandards für institutionelle Investoren vorgelegt. Die "Sustainable Development Key Performance Indicators" (SD-KPIs) umfassen 68 Branchen und wurden im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt erstellt. Sie basieren auf einer Befragung von zwölf Asset Managern und Analysten mit Sustainability-Hintergrund im Zeitraum August bis Oktober 2009.
Experten halten diese Standardsetzung für nötig, weil im Geschäftsbericht von Institutionen sich die Berichtspflicht zu nichtfinanziellen relevanten Leistungsindikatoren, einschließlich Informationen in Bezug auf Umwelt- und Arbeitnehmerbelange, als zu schwammig erwies.
Aufgeführt ist diese Mindestberichtsanforderung in den Paragrafen 78/660/EWG und 83/349/EWG sowie den Paragrafen 289 und 315 HGB. Auch diese Nachhaltigkeitsangaben sind vom Wirtschaftsprüfer zu kontrollieren. "Wirtschaftsprüfer sehen hier ein neues Geschäftsfeld und bauen Expertise auf", sagt Dr. Axel Hesse von SD-M.
Im Detail finden sich in den konkretisierten Mindestberichtsanforderungen SD-KPI Standard 2010 - 2014 für bedeutende Nachhaltigkeitsinformationen für die 68 Branchen jeweils drei möglichst quantitative Schlüsselindikatoren für die Nachhaltigkeitsanalyse. Ermittelt wurden diese anhand des Mittels der Angaben der Befragten.
Teilweise weichen die einzelnen Gewichtungen jedoch stark vom errechneten Mittel ab und fraglich ist auch, ob sich anhand von drei Faktoren die große Thematik "Nachhaltigkeit" erfassen lässt. Hesse hat einen pragmatischen Blick: "Das Maß an Übereinstimmung bei der Bestimmung der drei wichtigsten SD-KPIs für den Geschäftserfolg ist größer als erwartet und zudem sind ergänzend noch weitere Kategorien aufgeführt."
Zu viele Indikatoren würden von Seiten der Investoren auch als Performance-Bremse betrachtet. Nach einer von SD-M in 2008 erstellten Studie erwarten internationale Pensionsfonds bei einem breiten Nachhaltigkeitsansatz mit 100 oder mehr branchenübergreifenden Kriterien eher eine Underperformance. Mit einem fokussierten Nachhaltigkeitsansatz - also auf SD-KPIs basierenden Investments - wird dagegen eine Outperformance verbunden.
Versicherungen sollen im Lagebericht zum Beispiel Angaben zur Integration of SD risks and opportunities in asset management sowie in den Produkten und als drittes Kriterium Angaben zur Kundenzufriedenheit machen. Abweichend zu diesen Mindestanforderungen kommen bei Banken noch Angaben zu Risikomanagement und Entgeltpolitik hinzu.
Die Fokussierung auf jeweils drei Kriterien sind hilfreich um das Thema Nachhaltigkeit voranzutreiben. Dies sieht auch Stefan Peller so. Der Vertriebsleiter Deutschland von Sam weist aber darauf hin, dass ein solcher Leitfaden für Unternehmen nicht der Sicht eines Kapitalanlegers entsprechen muss. "Für die Vermögensverwaltung sind die Kriterien interessant, die für eine Outperformance sorgen."
portfolio institutionell newsflash 10.02.2010/pe/maa/jan





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