Alternative Anlagen
11.08.2017

Buyouts: Apollo pulverisiert Fondsvolumenrekord

Bob Beamon und Blackstone haben zwei Gemeinsamkeiten. Der Olympiasieger im Weitsprung von 1968 und die Private-Equity-­Gesellschaft stammen beide aus New York und haben beide Rekorde aufgestellt, die eigentlich für die Ewigkeit bestimmt waren.

Doch während es im Weitsprung 23 Jahre dauerte, bis der Weltrekord ­geknackt wurde, hielt der Volumenrekord für Buyout-Fonds nur zehn Jahre. Die Beteiligungsbranche hatte ihren Bob-Beamon-Moment, als der Blackstone Group in den Jahren 2005 bis 2007 für einen Buyout-Fonds 21,7 Milliarden Dollar angetragen wurden. Zehn Jahre ­später pulverisierte nun Apollo Global Management diesen Private-Equity-Fonds-Weltrekord aus Vorkrisenzeiten. Nach nur etwa sieben Monaten konnte die Beteiligungsgesellschaft mitteilen, für den ­Apollo IX 24,7 Milliarden Dollar „akzeptiert“ zu haben. 

Dieser Rekord kommt nicht von ungefähr. Wie Apollo in seinem Halbjahresbericht 2017 vermeldet, beläuft sich die Netto-IRR des Apollo VII auf satte 26 Prozent und der des Apollo VIII auf 16 ­Prozent, wobei bei der Nummer 8 ein Großteil der Werte noch nicht realisiert sind. Zudem spielt Branchengrößen wie Apollo in die ­Karten, dass sich Investoren zur persönlichen Absicherung und zur Arbeitserleichterung auf große Marken und One-Stop-Shopping-Möglichkeiten konzentrieren. „Allein die zwanzig größten Fonds ­haben in 2016 über 130 Milliarden Dollar, und damit 38 Prozent des insgesamt eingesammelten Kapitals, eingeworben. Auf die ver­bleibenden 810 Fondsmanager entfielen in 2016 Zusagen von 215 Milliarden Dollar“, zählte Berater Detlef Mackewicz in einer ­aktuellen Private-Equity-Studie. 

Eine Parallele lässt sich zum Aktienmarkt ziehen. Nachdem sich nun laut dem Manager Magazin wegen der Markteintrittsbarriere und des hohen Kassenbestands auch immer mehr Value-Manager für Apple, Alphabet, Microsoft, Amazon und Facebook begeistern, liegt die Marktkapitalisierung dieser Aktien mittlerweile in der Spanne von 400 bis knapp 800 Milliarden Dollar. Diese Konzentration auf die fünf Tech-Aktien erhöht die Marktfragilität.

Zurück zu Private Equity: Besorgniserregend ist nicht nur diese ­Konzentration auf Branchengrößen, sondern auch, dass der Fondsvolumenrekord aus sorglosen Vorkrisenzeiten getoppt wurde und der neue Weltrekordinhaber Apollo sein Dry Powder allein für ­Private Equity im Mai mit üppigen zwölf Milliarden Dollar beziffert. Insgesamt beläuft sich das der Beteiligungsbranche für neue Transaktionen zur Verfügung stehende Kapital auf über 500 Milliarden Dollar. Tendenz: steigend. Große Sorgen muss sich aber zumindest Apollo nicht machen: Die FGAUM der Gesellschaft, also die Fee Generating Assets Under Management, liegen bei 161 Milliarden Dollar. 

portfolio institutionell 11.08.2017/Patrick Eisele 

 
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