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16.02.2011

BVI plädiert für Pension-Pooling in Deutschland

Regierungsviertel in Berlin

Regierungsviertel in Berlin

Experten: Für Firmen spricht nichts dagegen - aber auch nicht viel dafür.

FRANKFURT - Der Fondsverband BVI will international tätigen Unternehmen die Möglichkeit geben, ihr Pensionsvermögen in Deutschland zusammenzuführen.

Dafür soll laut dem BVI der Gesetzgeber eine "Investmentkommanditgesellschaft" einführen, die unter das Investmentgesetz (InvG) fällt würde. "Dieses Vehikel stellt durch Regulierung im InvG den Anlegerschutz sicher. Es ist steuerlich für Zwecke der Anwendung der Doppelbesteuerungsabkommen transparent und es erfüllt alle Anforderungen hinsichtlich Insolvenzschutz", teilte der Verband mit.

Es gibt einige Unternehmen in Deutschland, die verschiedene Pensionspläne im Ausland führen. Dazu zählen die Dax-Unternehmen Volkswagen, Siemens, Daimler Benz und Deutsche Post. Laut dem BVI würde ihnen das Vehikel folgende Vorteile bringen: höhere Anlagediversifizierung, Zugang zu komplexeren Anlagekonzepten (Beispiel: Overlay-Strategien) und Vereinheitlichung der Fondsadministration.

Der Fondsverband verwies auch darauf, dass andere EU-Länder wie Luxemburg, Irland und die Niederlande Pension-Pooling für internationale Konzerne ermöglichen. "Deutschland muss nun nachziehen, wenn es nicht im Wettbewerb um die Altersvorsorgegelder der Arbeitnehmer ins Hintertreffen geraten möchte", so der BVI weiter.

Allerdings haben nur wenige Konzerne die bestehenden Pooling-Vehikel in Europa genutzt. Dies liegt teilweise daran, dass eine Zusammenführung des Vermögens auf sehr viel Widerstand bei den ausländischen Töchtern stößt. "Selbstverständlich wollen die Manager vor Ort nicht die Kontrolle über das Pensionsvermögen abgeben. Denn damit wären sie überflüssig", kommentierte Hans-Jürgen Dannheisig, Partner des Asset-Manager-Beraters Kommalpha. Laut Dannheisig hat zum Beispiel die Deutsche Post diesen Widerstand erlebt, als sie versuchte, das Pensionsvermögen zu poolen.

Ein Vertreter eines deutschen Großunternehmens meinte zudem, es spreche zwar nichts gegen Pension-Pooling - aber auch nicht viel dafür. "Sie können die Assets zusammenlegen, aber die Verpflichtungen haben Sie immer noch, und sie müssen administriert werden. Insofern wird die ganze Sache für Sie nicht weniger komplex", so der Vertreter, der nicht namentlich zitiert werden wollte. Außerdem verfügten Konzerne mit hohem Pensionsvermögen bereits über die Anlagevorteile, die der BVI betone.

portfolio institutionell newsflash 16.02.2011/jan/gor

 
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