Fondsverband will auch langfristig Büro in Brüssel aufmachen.
FRANKFURT - Der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) wird für sein Berliner Büro einen neuen Geschäftsführer einstellen. "Wir wollen für die Politiker nun einen permanenten Ansprecher haben und zwar nicht bloß beim Gesetzgebungsverfahren. Deshalb haben die Mitglieder sich dafür ausgesprochen, dort einen Geschäftsführer zu haben",sagte Thomas Neiße, der neugewählte BVI-Präsident, bei der Jahrespressekonferenz des Fondsverbands am Montag.
Weitere Details wollte Neiße auf Nachfrage nicht nennen. Auf die Frage, ob der BVI ganz nach Berlin umziehen könnte, antwortete Neiße: "Das kann ich Ihnen momentan nicht beantworten. Fragen Sie mich das in zwei Jahren." Neiße wurde als BVI-Präsident im Januar 2010 für drei Jahre gewählt.
Der Verband befinde sich noch im Findungsprozess, so Neiße weiter. Der Berliner Geschäftsführer wird der Ersatz sein für Rüdiger Päsler, der Ende 2009 nach 35 Jahren beim BVI in den Ruhestand ging. Das Berliner Büro des BVI wird seit Eröffnung im Oktober 2002 von Christa Franke geleitet.
Ganz oben auf der Agenda des neuen BVI-Geschäftsführers in Berlin werde die Einführung einer "Direktfondsrente (DFR)" sein, die der Verband bei der Pressekonferenz vorstellte. Ähnlich wie das im Jahr 2003 vom BVI vorgeschlagene Altersvorsorgekonto ist die DRF als Durchführungsweg für die betriebliche Altersversorgung gedacht.
Die Vorteile der DFR liegen laut BVI auf der Hand: Keine Insolvenzabsicherung, Beitragsgarantie sowie eine einfache und kostengünstige Administration - der Sparer schließt einen Vertrag direkt mit der Kapitalanlagegesellschaft als Versorgungsträger ab. Seip sagte, wie beim Altersvorsorgekonto benötigte die DFR die gesetzliche Zustimmung. Dies könnte schwierig sein, denn das alte BVI-Altersvorsorgekonto stieß nur bei der FDP, Juniorpartner in der Regierungskoalition, auf Zustimmung, nicht aber bei der Union.
BVI-Hauptgeschäftsführer Stefan Seip stellte unterdessen die Eröffnung eines Büros in Brüssel in Aussicht. "Wenn ich das Budget hätte, würde ich morgen ein Brüsseler Büro eröffnen. Berlin hat allerdings jetzt Priorität", sagte Seip zu portfolio institutionell am Rande der Konferenz.
Seip bezeichnete die Arbeit der europäischen Fondslobby EFAMA als "ausgezeichnet". "Ein BVI-Büro in Brüssel hat nichts mit EFAMA zu tun. Die Idee ist, ein Dreieck zwischen Brüssel, Frankfurt und Berlin herzustellen", so Seip weiter.
Der BVI zeigte sich auch mit dem Fondsabsatz 2009 äußerst zufrieden. Die gesamten Zuflüssen für das Jahr betrugen 51 Milliarden Euro, und davon entfielen 31 Milliarden Euro auf Spezialfonds. Damit erhöhte sich das in Publikumsfonds verwaltete Vermögen auf 650,2 Milliarden Euro und in Spezialfonds auf 725,6 Milliarden Euro.
Die Zuflüsse zu freien Mandaten betrugen außerdem 18,8 Milliarden Euro. In diesem Segment wird derzeit 325,5 Milliarden von BVI-Mitgliedern verwaltet.
portfolio institutionell newsflash 08.02.2010/jan/maa/





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