Pensionskassen
16.07.2018

BVV bAV-Partner der Standard Chartered Bank

Brexit bringt BVV neue Mitglieder. Nettoverzinsung 2017 von 4,3 Prozent.

Die Standard Chartered Bank hat sich wegen des Brexits im vergangenen Jahr für Frankfurt als Standort für die neue Europazentrale entschieden – und nun auch für den BVV als bAV-Partner. „Wir freuen uns über die Entscheidung der Standard Chartered Bank, die Versorgung der Mitarbeiter künftig über den BVV durchzuführen. Damit können wir 2018 ein weiteres Mitglied begrüßen, welches Teile seines Geschäfts an den Standort Frankfurt verlegt hat und freuen uns auf die Zusammenarbeit“, so Dr. Helmut Aden, Vorstandsmitglied des BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes a.G.

Mit der Entscheidung der Briten zum EU-Ausstieg erwartet Dr. Aden weitere Institute, die den Standort Deutschland für das Geschäftsfeld Europa wählen und sich in diesem Zusammenhang mit der Frage der betrieblichen Altersversorgung auseinandersetzen müssen: „In Großbritannien wurde 2012 mit der schrittweisen Einführung der automatischen Anmeldung von Arbeitnehmern in der betrieblichen Altersversorgung begonnen. Seit 2018 besteht diese Pflicht für alle Arbeitgeber. Aufgrund der Unterschiede in den Pensionssystemen zwischen Großbritannien und Deutschland, ist der Aufbau einer zusätzlichen Altersversorgung für Mitarbeiter am Standort Deutschland zur Sicherung des Rentenniveaus ein Muss.“ Eine große Zahl von Auslandsbanken nutze hierfür schon heute den BVV. Durch den Brexit steige deren Anzahl kontinuierlich.

Außerdem berichtete der BVV, Deutschlands größte Pensionskasse, vor kurzem über ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2017. Mit einem Jahresüberschuss von 371,9 Mio. Euro steigerte das Branchenversorgungswerk der Banken und Finanzdienstleistungsinstitute sein Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr „substanziell“. Mit Blick auf ein volatileres Kapitalmarktumfeld wurde das Eigenkapital im Saldo um gut 350 Mio. Euro aufgestockt. Der vom BVV verwaltete Kapitalanlagebestand erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 1,5 Mrd. Euro auf 28,1 Mrd. Euro. „Aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsniveaus und der nationalen sowie europäischen Gesetzgebungsaktivitäten war das Geschäftsjahr 2017 erneut herausfordernd“, kommentierte Rainer Jakubowski, Mitglied des Vorstandes, im Rahmen der Mitgliederversammlungen am 6. Juli 2018 in Berlin. „Umso erfreulicher ist es, dass es dem BVV gelungen ist, auch 2017 die gesetzten Ziele zu übertreffen und damit die Finanzkraft zu stärken.“

Suche nach neuen Ertragsquellen

Die im Geschäftsjahr 2017 erzielte Nettoverzinsung belief sich auf 4,3 Prozent. Dies entspricht der Höhe des Vorjahres und den zu Beginn des Jahres definierten Erwartungen. Das Jahr 2017 stand im Zeichen der weiteren Umsetzung der im Jahr zuvor begonnenen Überprüfung und Anpassung der Kapitalanlagestrategie. Ziel ist es, neue Ertragsquellen zu erschließen, um im Niedrigzinsumfeld ausbleibende Zinserträge im Direktbestand auszugleichen. Durch die breite Aufstellung in der Kapitalanlage werden Risiken abgebaut und Chancen erhöht, sodass im vorherrschenden Niedrigzinsumfeld auch weiterhin die Mittel der Versicherten attraktiv verzinst werden können. „Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass sich die Anpassungen des Portfolios auf extern mandatierte Investmentvermögen konzentriert. Daraus resultiert ein höheres Maß an Volatilität und damit eine erheblich geringere Planbarkeit der Jahreserträge, die im Erfordernis zur Bereitstellung von Risikokapital resultiert“, sagte Rainer Jakubowski. „Eine flexible Anlagepolitik in Verbindung mit hoher Diversifikation werden Kernelemente der Strategie für das Jahr 2018 bleiben. Sofern sich Möglichkeiten ergeben, hat die Stärkung des zinstragenden Direktbestandes hierbei uneingeschränkte Priorität“, ergänzte Jakubowski.

portfolio institutionell, 13.07.2018/Patrick Eisele

 
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