MÜNCHEN - Joachim Meyer, Chef von Complementa Deutschland, wird den Investment Consultant Ende des Jahres verlassen. Dies teilte Complementa in St. Gallen mit.
Meyer verlässt das Schweizer Haus nach vier Jahren, um in die Selbstständigkeit zurückzukehren. Nach Angaben von Complementa wird Meyers neue Firma "Meyer & Cie. Allokationsberatung" die bisherigen Consulting-Mandate übernehmen.
Meyers Nachfolgerin ist Jeannette Leuch, derzeit Chief Operating Officer für Deutschland und damit Meyers Stellvertreterin. Leuch wird noch von Sibylle Peter, Group Head of Marketing and Sales, unterstützt.
Die künftige Strategie für Deutschland kommentierte Complementa-Chef Michael Brandenberger so: "Complementa möchte sich als Investment-Controller nicht zunehmend im Bereich der prognosebasierten, Asset Management-nahen Beratung positionieren, sondern sich von diesen Tätigkeiten klar abgrenzen".
Durch die Übernahme von Meyers erster Firma "Fonds Consult" schaffte Complementa 2006 den Einstieg in den deutschen Markt. Später schickte der Consultant Leuch nach München.
Es ist jedenfalls nicht das erste Mal, dass ein Joint Venture zwischen einem Schweizer und deutschen Investment Consultant aufgelöst wird. Im September 2005 beendete PPC Metrics sein zweijähriges Venture mit Georg Seil in Wiesbaden. Der Grund: Wenig Erfolg mit IC-Mandaten. Seil kooperiert seitdem mit FIA.
In der Schweiz gelten Complementa und PPC Metrics als die größten Anbieter vom sogenannten Investment Controlling (IC). Diese Dienstleistung umfasst die strategische Asset-Allokation, die Asset-Manager-Selektion, das Performance-Monitoring und das Risikomanagement. Im Rahmen eines IC-Mandats engagiert der Investor den Berater für zwei bis drei Jahre. In Deutschland wird IC noch von Feri Institutional Advisors (FIA) und RMC angeboten (siehe auch Hintergrund).
Anders als RMC wollte Complementa in Deutschland laut Meyer die IC-Dienstleistung splitten. "Als Investment Controller müssen wir nicht notwendigerweise bei der Umsetzung der Kapitalanlage beraten", sagte er zu portfolio institutionell im Februar 2008.
"Was wir erstellen, ist eine Art Röntgenanalyse: Die Anlagen werden dabei laufend auf ihre Zielerreichung oder ‚Gesundheit‛ überprüft. Wenn Mängel festzustellen sind, dann werden Maßnahmen empfohlen und an den ‚Facharzt‛, also einen Consultant, verwiesen." Dafür könne der Investor Complementa oder einen anderen Berater wählen, so Meyer weiter.
portfolio institutionell newsflash 20.10.2010/jan/kbe





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