Als Sherpas für den Weltklimagipfel in Kopenhagen sind Investment-Consultants offenbar wenig geeignet. Auch wenn institutionelle Investoren sich verstärkt damit beschäftigen, ESG-Faktoren (Environmental, Social, Governance) in ihre Portfolios zu integrieren, ist nachhaltige Beratung bei Consultants eher ein Mauerblümchen. Dies lässt sich aus der aktuellen Eurosif-Studie "Investment Consultants & Responsible Investment Study" herauslesen.
Die Fragebögen des sich aus verschiedenen internationalen Institutionen zusammensetzenden European Sustainable Investment Forum beantworteten lediglich 16 Prozent. Dies dürfte sich ein Stück weit auch damit erklären lassen, dass bei Consultants die Fragebogenmüdigkeit besonders ausgeprägt ist. Die niedrige Rücklaufquote zeigt Eurosif jedoch auch, dass das Thema in der Beratergilde noch nicht tief verankert ist.
In dieses Bild passt auch, dass Consultants mehrheitlich angaben, sich zwischen zwei und zehn Prozent ihrer Zeit mit Responsible Investments zu beschäftigen. Nur 15 Prozent der Consultants verfügen auch über zwei bis drei Mitarbeiter, die sich als Vollzeitkraft diesem Thema widmen. Bei knapp 30 Prozent der Beratungsgesellschaften ist es statistisch gesehen nicht einmal ein halber Mitarbeiter. Diese Zahlen lassen sich aber auch positiv betrachten: Noch vor kurzem dürfte die Quote noch niedriger gewesen sein.
Nachhaltigkeit lässt sich auf verschiedenen Wegen in der Kapitalanlage berücksichtigen. Für 74 Prozent der Berater hat das Engagement in als besonders nachhaltig geltende Anlagethemen einen positiven Effekt auf die Performance. Zwischen 61 und 66 Prozent sehen in der Selektion von besonders nachhaltigen Aktien und Anleihen, also dem Best-in-Class-Verfahren, Engagements und der Integration von ESG-Faktoren in den Anlageprozess einen positiven Renditeeffekt. 42 Prozent der befragten Berater verbinden die Ausübung von Stimmrechten mit einer positiven Performance.
Nur 26 Prozent sehen diesen Effekt beim Ausschluss wenig nachhaltiger Wertpapiere. Für 39 Prozent belasten Ausschlüsse sogar die Performance. Offenbar sind die Consultants weiter davon überzeugt, dass jede Einschränkung des Anlageuniversums der Performance schadet. "Unter Kunden und Consultants ist die falsche Vorstellung weit verbreitet, dass nachhaltige Investments mit einer Performance-Penalty verbunden sind", zitiert die Studie einen Berater.
Die Studie spricht auch an, dass es vielen Investoren an nachhaltigen Anlageprodukten mangelt. So sehen Consultants Bedarf an mehr nachhaltigen Absolute-Return-Produkten. Zudem ist die Auswahl an nachhaltigen ETFs noch sehr begrenzt.





Deutsche Bank / Realtime Indikation
