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17.12.2009

Depotbanken: Individualität statt Einheitsbrei

Um sich auf dem deutschen Markt zu behaupten, sollten Depotbanken nachhaltige Preismodelle entwickeln.

Im deutschen Depotbankmarkt herrscht große Unruhe. "Die Geschäftsmodelle vieler Depotbanken stehen derzeit auf dem Prüfstand. Ich spüre eine große Wechselbereitschaft im Markt", sagte Volker Braunberger, Geschäftsführer von Itechx, auf einer Depotbank-Fach­tagung Ende November. Dies spiegelt sich auch in den derzeit in ­Deutschland zahlreichen Ausschreibungen. Ein bekanntes Beispiel ist die Meag, deren Fragenkatalog über 1.000 Fragen umfassen soll.

Den Grund für die vielen Ausschreibungen sieht Braunberger darin, dass die Investoren viele Modelle nicht als nachhaltig ansehen. Dass Nachhaltigkeit aber eine wesentliche Anforderung einer KAG an ihre Depotbank ist, bestätigte Kurt Wustl, Leiter Backoffice Fonds bei der Meag: "Unter strategischem Aspekt ist uns die Nachhaltigkeit des Angebots wichtig. Wir wollen ein eindeutiges und langfristiges ­Commitment zur Depotbankfunktion nach dem Investmentgesetz."

Um sich auf dem deutschen Markt als Depotbank zu behaupten, sollten die Anbieter aber nicht nur nachhaltig sein, sondern eine ­spezifizierte Strategie verfolgen. Nach Ansicht von Braunberger ist die "Kostenführer"-Strategie nicht zu empfehlen: "Im Zweifel ist ein ­extrem niedriger Preis auf Dauer nicht tragbar und damit nicht nachhaltig. Es muss nicht immer billig sein, sondern wett­bewerbsfähig." Eine weitaus bessere Strategie sieht der Itechx-Geschäftsführer darin, sich durch einen individuellen Kundenservice und eine einheitliche Anlaufstelle von der Konkurrenz, insbesondere Global Custodians, abzuheben. "Global Custodians haben ein großes Serviceangebot und gute Preise, aber keine Individualität", so Braunberger. Bisher machen deutsche Depotbanken aus diesem potenziellen Vorteil noch zu wenig. Zwar gibt es in den Depotbanken oftmals einen Ansprechpartner für den Kunden, dieser sei allerdings meist nur ein Assistent und niemand mit Entscheidungsbefugnissen.

Auch bei anderen Service­leistungen haben Depotbanken laut Braunberger einigen Nachhol­bedarf. Außerdem sieht Braunberger die Qualität der Marktdaten gerade im OTC-Bereich kritisch.

 
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