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18.05.2011

DER KOMMENTAR: Noch keine Entwarnung für Geldmarktfonds

Der Fondsverband BVI in Frankfurt

Der Fondsverband BVI in Frankfurt

Seit der Finanzkrise wollen viele Investoren sie nicht mehr anfassen.

FRANKFURT - Geldmarktfonds sind in Deutschland zurzeit unbeliebt. Aber sollte man deshalb von einer Krise dieser Fondsgattung sprechen? Trommeln gehört auch im Journalismus zum Geschäft, aber Panikmache gilt zumindest in seriösen Medien als Tabu. Doch eines ist offensichtlich: Hinweise auf eine blühende Zukunft für Geldmarktfonds sind weit und breit nicht zu erkennen.

Ende Februar verwalteten die vom Branchenverband BVI erfassten Geldmarktfonds insgesamt knapp 42 Milliarden Euro. Das in diese Fonds investierte Vermögen ist damit seit dem Frühjahr 2008 um mehr als 60 Prozent zurückgegangen - in einer Zeit, in der angesichts der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise eine starke Nachfrage der Investoren nach sicheren Anlageinstrumenten geherrscht hat. Von einer Absatzkrise zu reden, ist daher auf jeden Fall legitim. Und wenn ein Fondsanbieter die Ergebnisse einer von ihm in Auftrag gegebenen Umfrage unter Anlageberatern mit Sätzen wie "Für Geldmarktfonds gibt es keine Rettung mehr" kommentiert, scheint auch die Existenzfrage nicht völlig abwegig.

Geldmarktfonds haben auch darunter gelitten, dass einige Produkte vor der Finanzkrise mit ABS-Papieren bestückt waren. Für viele Investoren waren Geldmarktfonds damit von einem vermeintlich sicheren Anlageinstrument zu einem Teil der Krise geworden. Insofern erscheint die vom BVI vorgenommene differenziertere Kategorisierung dieser Fonds sinnvoll. Ob sie ausreicht, um das Vertrauen der Anleger wiederherzustellen, ist ungewiss.

_Für Geldmarktfonds sprechen aber die steigenden Zinsen

Für eine wieder zunehmendes Interesse an Geldmarktfonds könnten vor allem zwei Faktoren sprechen: Steigende kurzfristige Zinsen oder ein neuerlicher Bedarf der Investoren an sehr sicheren Anlageinstrumenten. Steigende Zinsen allein werden zunächst kaum ausreichen, um die Nachfrage nach Geldmarkfonds zu stimulieren, da deren Renditen auch bei einem moderaten Anstieg des Euro-Leitzinses nicht einmal dazu ausreichen dürften, die Inflation zu kompensieren. Doch für risikolose Geldanlagen gibt es im Fondsbereich in einem Umfeld steigender Zinsen kaum Alternativen: Rentenfonds werden von Kursverlusten belastet, und dass offene Immobilienfonds sich konstruktionsbedingt nicht als Liquiditätserzsatz eignen, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben.

portfolio institutionell newsflash 18.05.2011/rko/jan

 
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