FRANKFURT - Die Deutsche Bank hat sich offenbar nicht endgültig entschieden, die Fondadministration in Deutschland an State Street auszulagern, und deshalb das entsprechende Projekt vorerst gestoppt. Das erfuhr portfolio institutionell aus gut informierten Marktkreisen.
Wie portfolio institutionell vor zwei Monaten berichtete, hat die Deutsche Bank in diesem Jahr damit begonnen, die Administration ihrer Fonds in den USA an State Street zu übertragen. Das Projekt trägt den Namen "Allegro" (siehe frühere Meldung).
Die Umsetzung von Allegro in Deutschland war für 2011 vorgesehen. Dafür hätte die Deutsche Bank allerdings längst einen entsprechenden Auslagerungsvertrag unterschreiben müssen. Bisher besteht jedoch lediglich eine Absichtserklärung zwischen den Instituten und es ist unklar, wann oder ob die Bank den Vertrag unterzeichnen wird.
"Der Vertrag wurde noch nicht unterschrieben, weil die Bank sich nicht sicher ist, ob sie das Zepter aus der Hand geben will", hieß es aus bestimmten Kreisen. "Das Fondsgeschäft in Europa wächst immer noch, und man muss sich die Frage stellen, ob nach der Auslagerung die Ressourcen immer noch vorhanden wären", hieß es aus anderen.
Auf Anfrage sagte ein Sprecher der Deutschen Bank, dass es in Teilprojekten einen "Aufschub" gebe. Weitere Details gab er nicht bekannt. State Street wollte zu dem Themenkomplex keine Stellung nehmen.
Mit der Auslagerung will die Deutsche Bank in der Vermögensverwaltungssparte insgesamt 235 Millionen Euro einsparen. In Deutschland sind etwa 250 Mitarbeiter für die Administration von Fonds der Marken "DWS" (Publikumsfonds) und "DB Advisors" (Spezialfonds) tätig. Die Fondsadministration gilt als Herzstück der Aufgaben einer Kapitalanlagegesellschaft (KAG) und umfasst Tätigkeiten wie Fondsbuchhaltung, Controlling und Meldewesen.
portfolio institutionell newsflash 24.11.2010/jan/rko





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