Immobilien
04.07.2018

Deutsches Betongold weiter gefragt

Konzentration auf Gewerbeimmobilien in Top-7-Standorten. „Transaktionsstarkes“ Halbjahr bei Wohnungen.

Der deutsche Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien erfreut sich weiterhin einer großen Nachfrage. Dies berichtet CBRE. Laut dem Immobiliendienstleister habe sich das hohe Transaktionsniveau auch im ersten Halbjahr 2018 mit einem Umsatz von circa 25,3 Milliarden Euro erneut fortgesetzt. Daraus ergebe sich ein leichter Rückgang um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dagegen stieg das Investmentgeschehen in den Top-7-Standorten deutlich an: Hier seien mit 14,6 Milliarden Euro 28 Prozent mehr als noch im Vorjahreszeitraum investiert worden. „Das Interesse der Investoren an deutschen Gewerbeimmobilien ist ungebrochen und wird durch das hohe Transaktionsvolumen und die Renditekompression verdeutlicht“, sagt Fabian Klein, Head of Investment bei CBRE in Deutschland. „Internationale Investoren sind im ersten Halbjahr jedoch seltener zum Zug gekommen – zum einen, weil es auf dem Markt weniger der für sie besonders interessanten Core-Immobilien gab, zum anderen, da nun auch mehr deutsche Investoren aufgrund des Anlagedruckes zunehmend bereit sind, den Preiswettbewerb um die verfügbaren Objekte mitzugehen“, so Klein weiter. „Wir erwarten eine Fortsetzung des regen Investmentgeschehens und gehen für das Gesamtjahr von einem Transaktionsvolumen um die 50 Milliarden Euro aus“, prognostiziert Klein.

Weiter oben auf dem Einkaufszettel stehen gemäß der CBRE-Analyse Grundstücke für künftige Gewerbeimmobilien. Angesichts des Produktmangels am Investmentmarkt, der hohen Nachfrage seitens der Nutzer von Gewerbeimmobilien und den Renditechancen, die Projektentwicklungen bieten, wachse am Gewerbeimmobilieninvestmentmarkt die Bedeutung von Grundstückstransaktionen. So stieg der Transaktionsumsatz im Vorjahresvergleich um 106 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Investoren und Projektentwickler können bei den modernen Flächen nach Fertigstellung von den steigenden Mietpreisen profitieren. Trotz höherer Baupreise wurden insbesondere Entwicklungsgrundstücke für künftige Büronutzungen in den Investmentzentren erworben. Aber auch außerhalb der Stadtgebiete werden Grundstücke für Gewerbeimmobilien nachgefragt – dann meist für geplante Logistikobjekte.

Home Sweet Home

Das Geschehen auf dem Wohninvestmentmarkt ist weiterhin lebhaft. In der ersten Jahreshälfte 2018 verzeichnete der deutsche Wohninvestmentmarkt ein Transaktionsvolumen von 11,76 Milliarden Euro; das entspricht einem Plus von 96 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden 329 Transaktionen durchgeführt, 147 davon bereits im ersten Quartal 2018. Dr. Lübke & Kelber Research erfasste im ersten Halbjahr insgesamt 84.100 gehandelte Wohnungen, was einer Steigerung von rund 75 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 entspricht. „Mit der Buwog-Übernahme durch die Vonovia war bereits das erste Quartal überdurchschnittlich transaktionsstark ausgefallen“, sagt Ulrich Jacke Geschäftsführer der Dr. Lübke & Kelber GmbH. „Diese Entwicklung, die bei durchweg gestiegenen Preisen und bereits sehr stark unter Druck geratenen Renditen nicht unbedingt absehbar war, setzt sich fort. Der Wohnimmobilienmarkt präsentiert sich allen Unkenrufen zum Trotz mehr als solide.“ Das Investitionsvolumen deutscher Investoren im ersten Halbjahr 2018 lag bei rund 9,75 Milliarden Euro. Damit dominieren sie mit einer Gewichtung von rund 83 Prozent des Transaktionsvolumens weiter klar das Marktgeschehen.

Der Durchschnittspreis je gehandelter Wohneinheit lag im ersten Halbjahr 2018 bei rund 140.000 Euro und war damit um etwa 10,5 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Im selben Zeitraum stieg der durchschnittliche Quadratmeterpreis auf etwa 2.175 Euro. „Der verglichen mit dem Vorjahr moderate Anstieg ist eher auf eine veränderte Struktur der Transaktionen als auf ein abflachendes Preisniveau zurückzuführen. Einige größere Transaktionen fanden in strukturschwächeren Regionen mit entsprechend geringeren Preisniveaus statt“, erläutert Jacke. So erwarb etwa die ZBI 3.000 Einheiten in Zwickau von der Vonovia. „Der Trend zur regionalen Diversifizierung verstetigt sich zunehmend: Die Wohnimmobilienmärkte außerhalb der Top-7-Städte steigen weiter in der Investorengunst.“

Volumina und Nachfrage steigen

Mit 35,7 Millionen Euro ist das durchschnittliche Transaktionsvolumen der Deals im Vergleich zu den Vorjahren wieder gestiegen (H1 2017: 33,6 Mio. Euro; H1 2016: 21,9 Mio. Euro). Der Wohnimmobilientransaktionsmarkt ist im zweiten Quartal 2018 von zahlreichen klein- und mittelgroßen Transaktionen geprägt. Lediglich vier Deals überschritten die Marke von 1.000 Einheiten. Für 2018 geht Dr. Lübke & Kelber Research davon aus, dass Wohnimmobilien auch in der zweiten Jahreshälfte eine begehrte Asset-Klasse bleiben. „Einige weitere große Portfoliodeals stehen derzeit in der Vermarktung oder kurz davor. Neubauprojekte sind weiterhin eine sehr beliebte Asset-Klasse. Die Nachfrage nach Studenten- und Mikrowohnanlagen steigt stetig, womit sich auch die Produktbandbreite zunehmend ausdifferenziert. Zusammen genommen erwarten wir auch für das zweite Halbjahr eine weiterhin hohe Transaktionstätigkeit bei Wohnimmobilien“, fasst Jacke zusammen. „Wir gehen davon aus, dass das Jahresendergebnis durchaus die 20-Milliarden-Euro-Marke erreichen kann. Das Vorjahresergebnis von 16,4 Milliarden Euro wird wahrscheinlich deutlich übertroffen.“

portfolio institutionell, 04.07.2018/Patrick Eisele

 
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