WEMDING - Der bAV-Berater Deutsche Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung AG (DGbAV) geht auf Distanz zu Josef Bader, gegen den ein gerichtliches Verfahren wegen Bestechungsvorwürfen läuft.
Bader wurde im Sommer 2009 von der Staatsanwaltschaft Ulm wegen möglicher Bestechung bei zwei bAV-Deals mit dem LKW-Hersteller Iveco-Magirus angeklagt. Ende Juni begann ein Prozess gegen Bader vor dem Landgericht Stuttgart, der aber inzwischen auf den Herbst vertagt wurde (siehe frühere Meldung).
Wie portfolio institutionell seitens der DGbAV nun erfuhr, legt die DGbAV Wert auf die Feststellung, dass Bader nicht mehr als deren Chef zu bezeichnen sei. "Die Bezeichnung als 'Chef' erweckt bei dem durchschnittlichen Leser den Eindruck, dass Herr Bader die Leitungsmacht in dem von uns vertretenen Unternehmen hat. Dies ist jedoch unzutreffend", so die DGbAV. "Das Unternehmen DGbAV hat die Rechtsform einer Aktiengesellschaft und wird durch den Vorstand vertreten. Vorstand der DGbAV ist Ulf Kesting", heißt es weiter.
Kesting stieß im April 2008 als zweiter Geschäftsführer zur DGbAV mbH, Wemding. Das Unternehmen hatte seinerzeit erklärt: "Mit der Aufstockung der Geschäftsführung trägt der Geschäftsführende Alleingesellschafter der DGbAV, Josef Bader (46), dem steigenden Geschäftsvolumen und der stetigen Expansion Rechnung."
Auffällig ist, dass die Abberufung Baders als Chef der DGbAV bisher nicht als Pressemitteilung kommuniziert wurde - weder durch die DGbAV - Deutsche Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung AG - noch durch die DGbAV - Deutsche Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung Beratung und Betreuung mbH & Co. KG, deren persönlich haftender Gesellschafter, also Komplementärin, die DGbUV - Beteiligung und Verwaltungs GmbH ist.
Im Gegenteil: In ihren Veröffentlichungen hebt die DGbAV die enge Bande zu Josef Bader eher hervor. Auf der Homepage der Gesellschaft ist in einem Beitrag zu einem Veranstaltungssponsoring zu lesen: "Die DGbAV ist seit Jahren Hauptsponsor des Arbeitgebertags in Berlin. Hier auf dem DGbAV-Stand stehen Arbeitgeber-Präsident Dr. Dieter Hundt zusammen mit Josef Bader, Chef der DGbAV." Und weiter: "DGbAV-Chef Josef Bader gab Arbeitgeberpräsident Dr. Dieter Hundt die Zusicherung, auch im nächsten Jahr als Hauptsponsor die Veranstaltung zu unterstützen."
Auch Bader sieht offenbar nicht die Notwendigkeit, sich von der DGbAV zu distanzieren. Der zuständige Richter hatte Bader bei dem laufenden Korruptionsprozess mehrfach als "Chef" oder "Inhaber" der DGbAV angesprochen. Bader hatte auch bei dem Prozess vor dem Landgericht Stuttgart diese Funktionen nicht in Frage gestellt, wie Augenzeugen berichten.
Um die Verwirrung über die Rolle Baders bei der DGbAV vollständig zu machen, findet sich im Handelsregister der Stadt Augsburg kein Hinweis darauf, dass Bader überhaupt ab Januar 2009 das Recht hatte, sich als "DGbAV-Chef" titulieren zu lassen.
Fakt ist nämlich, dass Josef Bader nicht Geschäftsführer der Komplementärin, der DGbAV - Deutsche Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung Beratung und Betreuung mbH & Co. KG, ist. Deren Geschäftsführer sind Alexander Bader, Sohn des Josef Bader, und Alexander Forster. Kommanditist ist die Ehefrau des Josef Bader, Karin Bader.
Welche Rolle spielt der im Iveco-Skandal arg bedrängte Josef Bader bei der DGbAV noch? Einen weiteren Kommentar dazu lehnte die DGbAV bislang auf Anfrage ab.
portfolio institutionell newsflash 18.08.2010/jan/maa





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