LONDON - Der US-Asset Manager Dimensional Fund Advisors will ab dem vierten Quartal den deutschen Fondsmarkt mit einem neuen Vertriebsmodell erschließen.
"Unsere Philosophie lautet, nur mit Beratern zusammenzuarbeiten, die Honorarberatung als Geschäftsmodell haben und werden dem Vertrieb deshalb grundsätzlich keine Kickbacks zahlen", kündigte Christoph Kanzler im Interview mit portfolio institutionell an.
Kanzler leitet als Regional Director das Deutschland-Geschäft und verantwortet den Markteintritt von Dimensional in Deutschland. "Wir werden eine Dependance in Berlin eröffnen, von wo aus wir dann den deutschen Markt betreuen werden", sagte Kanzler weiter. Europa-Zentrale von Dimensional ist London.
Die Kernkompetenz des Hauses sind Aktien mit Schwerpunkten auf Nebenwerten und Substanztitel. Das 1981 gegründete Haus verfolgt einen quantitativen Investment-Ansatz und verwaltet derzeit eigenen Angaben zufolge über 150 Milliarden US-Dollar (111 Milliarden Euro). Knapp die Hälfte des verwalteten Vermögens stecken in Value-Aktien und Nebenwerten.
Der Vertriebsfokus wird auf Vermögensverwaltern und institutionellen Anlegern liegen. Für Aktienmandate werden laut Kanzler die Verwaltungskosten bei deutlich unter 100 Basispunkten pro Jahr liegen. Kanzler kommt von der Quirin-Bank, wo er das Produktmanagement bis Ende März verantwortete. Die Berliner Bank hat sich ebenfalls ausschließlich auf die Honorarberatung spezialisiert und dürfte auch aufgrund der Verbindungen zu Christoph Kanzler zu den Kooperationspartnern von Dimensional zählen.
Dimensional ist derzeit neben dem Heimatland USA nur in englischsprachigen Ländern wie Canada, Australien und Großbritannien aktiv. Eingesetzt werden die Fonds des Hauses fast ausschließlich von Vermögensverwaltern und institutionellen Investoren.
Dabei baut Dimensional auf ein Wandel der Vergütungsstrukturen im Vertrieb. "In Großbritannien erwartet man ein Provisionsverbot für Ende 2012, und in Deutschland wird fast täglich über die Nachteile von provisionsabhängigen Finanzdienstleistungen diskutiert", so der Dimensional-Deutschland-Chef.
Dabei baut Dimensional darauf, dass der Vertriebs-Trend in den angelsächsischen Ländern auch auf Deutschland überschwappt. "In den USA, Australien und auch in Großbritannien hat sich in den vergangenen Jahren neben den traditionellen transaktions- und provisionsgetriebenen Geschäftsmodellen das Life-Planning-Modell etabliert. Life Planning erkundet die wirklichen Ziele und Wünsche des Kunden", so Kanzler. Deutschland ist das erste nichtangelsächsische Land, das sich Dimensional erschließen will. Volumensziele für den deutschen Markt wollte Kanzler noch nicht nennen.
Der quantitative Ansatz setzt dabei vor allem auf die Kennzahl Kurs-Buchwert eines Unternehmens und hebt also stark auf den inneren Wert einer Aktie ab. Welche Publikumsfonds nach Deutschland gebracht werden sollen, seht laut Christoph-Kanzler noch nicht fest. Die Dimensional-Fonds sind in Großbritannien und Irland aufgelegt und derzeit noch nicht in Deutschland zum Vertrieb zugelassen. "Der Zulassungprozess ist im Gange und dürfte bis Ende 2010 abgeschlossen sein", kündigte Kanzler an.
portfolio institutionell newsflash 21.04.2010/maa/jan





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