Corporates
04.12.2017

Diszipliniert und ambitioniert

Stefan Scholz (Bild: Henning Stauch)

Dem Continental-Konzern gehört die Zukunft. Dank seiner Innovationen ist das Unternehmen ganz vorn dabei, wenn es darum geht, die Mobilität der Zukunft zu gestalten. Auch dank seiner finanziellen Disziplin ist Continental heute ein Vorreiter. Auszüge aus dem Interview mit Stefan Scholz, Head of Finance & Treasury.

Herr Scholz, im Treasury verfolgen Sie unter anderem das Ziel, die Liquidität der Tochtergesellschaften zu bündeln, um diese bedarfsgerecht für die Tilgung von Schulden einzusetzen. Ist das so einfach, wie es klingt? 

Keineswegs. Es bestehen zum Beispiel steuerrechtliche Restriktionen, die uns daran hindern, Gelder nach eigenem Gusto über Grenzen hinweg zu transferieren. In Europa ist das relativ einfach. Hier haben wir im Grundsatz alle Gesellschaften in einem Cash Pooling miteinander verknüpft. Es gibt aber auch Länder, in denen der Liquiditätstransfer nicht ohne Weiteres möglich ist. Hier stehen uns zum Beispiel steuerrechtliche Restriktionen im Weg.

Sie haben in den vergangenen zehn Jahren mehr als 150 Akquisitionen getätigt... 

...und das wollen wir auch weiterhin tun. Das können kleinere Transaktionen sein, es kann aber auch mal wieder eine große sein. Neben dem Gearing Ratio, Leverage Ratio  und der Eigenkapitalquote hat der freie Cashflow für die Steuerung von Continental eine große Bedeutung. Wir erzielen einen guten und stabilen Cashflow. 

Welche Anlagevolumina haben Ihre beiden CTAs? 

Wir sprechen insgesamt von rund 1,3 Milliarden Euro in den deutschen CTAs. In der Vergangenheit lag unser Fokus vor allem auf Corporate Bonds mit Investment Grade Rating. Wir waren nie ein Anhänger von Kapitalanlagen mit vergleichsweise hohem Risiko. 

In der jüngeren Vergangenheit ist unser Fokus von den bonitätsstarken Rentenpapieren aber etwas abgewichen, da die Renditen nicht mehr attraktiv sind und zugleich Risiken eines Zinsanstiegs damit verbunden sind. Deshalb haben wir eine ergänzende Struktur bei unseren Kapitalanlagen in den CTAs aufgesetzt, um eine Diversifizierung zu erzielen, die das Risiko von Kapitalschwankungen auf Portfolioebene reduziert.

Früher haben wir mal gelernt: Wenn die Zinsen nach oben gehen, gehen die Aktien nach unten.

Die Gegenwart hat uns etwas anderes gelehrt. Im Grunde genommen sind ALM-Studien durchaus vernünftig. Aber sich daran bei der Allokation unkritisch auszurichten, ist nicht das, was wir tun. Wir haben zwar im Jahr 2006 eine an einer ALM-Studie ausgerichtete strategische Asset-Allokation vorgenommen und das Portfolio passiv mit ETFs bestückt und daneben auch auf Staatsanleihen gesetzt. ETFs waren für uns zu jener Zeit das effizienteste Produkt. So konnten wir unsere strategische Asset-Allokation schnell und günstig umsetzen. 

Der pragmatische Ansatz ist typisch für uns. Im Zuge der Krise haben wir die Zielallokation allerdings aufgebrochen, da wir neue Erkenntnisse hatten und einen Asset-Tausch im Hinblick auf Schaffung von Liquidität getätigt haben. 

Das Interview führte Tobias Bürger. Mehr über Stefan Scholz und seine Arbeit können Sie im vollständigen Investoreninterview nachlesen (Link anbei), erschienen in der November-Ausgabe von portfolio institutionell. 

portfolio institutionell 04.12.2017

 
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