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23.02.2011

DPG: Institutionelle verdienen 2010 6,4 Prozent

Hans Pieper, DPG

Hans Pieper, DPG

Im Gegensatz zu 2003 und 2009 profitieren sie von der Aktien-Hausse.

FRANKFURT - Institutionelle Anleger erreichten im kapitalgewichteten Schnitt im vergangenen Jahr eine Rendite von 6,4 Prozent. Dies ergab eine Auswertung der Deutschen Performancemessungs-Gesellschaft DPG für portfolio institutionell. Die DPG-Analyse basiert auf einem Querschnitt von 916 Portfolios von institutionellen Investoren. Das ­Gesamtvolumen der Anlagen betrug Ende 2010 ­etwa 165 Milliarden Euro.

Aktien waren ein ­wesentlicher Baustein der Performance. Über das Jahr 2010 wurde eine Allokation von im Schnitt leicht über 20 Prozent in Aktien und aktienähnlichen Instrumenten, von 70 Prozent in Renten und knapp unter zehn Prozent in Kasse, ­Immobilien sowie Alternatives gehalten.

Zum Jahresende zog die ­Aktienquote auf fast 25 Prozent an. "Bei diesem Anstieg ist ein ­gewisser Teil auf die Performance, aber auch ein nicht unerheblicher Teil auf aktive Umschichtungen zurückzuführen", kommentierte DPG-­Geschäftsführer Hans G. Pieper, der die Aktienaufstockungen auch auf Inflationserwartungen zurückführt. "Manche Versorgungswerke sind sogar schon an der Grenze der regulatorischen Möglichkeiten ­angelangt."

Damit gelang es deutschen institutionellen Investoren, im Gegensatz zu den Haussen in den Jahren 2003 und 2009, an der ­positiven Aktienmarktentwicklung im vierten Quartal zu ­partizipieren. 2003 blieb den Investoren aufgrund aufgezehrter Risikobudgets und einem Bafin-Dekret nur eine Zuschauerrolle, 2009 gaben die Anleger Unternehmensanleihen den Vorzug. Auffällig ist auch weiterhin ein Bias zugunsten deutscher Aktien. So betrug der Anteil deutscher ­Dividendentitel am gesamten Aktienanteil mehr als 25 Prozent.

Bei den Bond-Anlagen stagnieren Unternehmensanleihen - bislang Anlegers Liebling - nun bei knapp 40 Prozent. "Bei Corporates kam es zu Kursgewinnsicherungen und Umschichtungen in Covered Bonds und Bunds. Teilweise wurden aber auch im Vertrauen auf den Rettungsschirm Emissionen der Piigs-Staaten im Direktbestand ­allokiert", sagte Pieper. Bei ­institutionellen Anlegern stammen per ­Jahresende immerhin rund 16 Prozent der Zinstitel von Emittenten aus diesen Staaten. Der Anteil der Staatsanleihen aus den sogenannten "Piigs-Staaten" (Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien) liegt bei knapp zehn Prozent beziehungsweise knapp 16,5 Milliarden Euro. Emerging Market Debt sei jedoch kein großes Thema.

Renditen zeigen weite Bandbreite

Die Bandbreite der Ergebnisse im Jahre 2010 spannt sich weit. Fünf Prozent der von der DPG vermessenen Fonds erreichten mehr als 24,6 Prozent, ein Viertel der Fonds erzielte mehr als 4,7 Prozent. 75 Prozent der Fonds rentierten mit über 2,2 Prozent. Die unteren fünf Prozent der Fonds erzielten eine Rendite von weniger als minus 2,3 Prozent. Der Median lag bei 4,7 Prozent.

Noch weiter war die Spannweite bei den Aktienanlagen. Diese rentierten im vergangenen Jahr im Mittel mit 15,9 Prozent. Wer Anteilsscheine der besten fünf Prozent der Fonds hielt, durfte sich über eine Rendite von über 37,3 Prozent freuen. Das Top-Quartil erzielte eine Rendite von über 20,9 Prozent. 75 Prozent der Fonds kamen auf eine Jahresrendite von über 3,7 Prozent, und die unteren fünf Prozent erzielten weniger als minus 8,6 Prozent. Der Median der Aktienfonds erzielte im vergangenen Jahr 12,5 Prozent.

Enttäuschend ist jedoch die Fünf-Jahres-Gesamtsicht, die auf einen kapitalgewichteten Mittelwert von 2,71 Prozent und einen Median von 2,76 kam. Lediglich die oberen 25 Prozent der Fonds erzielten mit 3,8 Prozent per annum eine für institutionelle Investoren in der Regel ­gerade noch auskömmliche Rendite. Die besten fünf Prozent rentierten jährlich mit über 6,33 Prozent. 75 Prozent der Fonds brachten mehr als 1,3 Prozent ein. Die unteren fünf Prozent der Fonds verloren mehr als minus 2,5 Prozent.

portfolio institutionell newsflash 23.02.2010/pe/jan

 
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